Impfschutz für die Kleinsten

Eltern wollen das Beste für Ihr Kind. Daher ist es ganz normal, dass sie sich Gedanken um Impfungen machen. Welche sind sinnvoll? Welche überflüssig? Bei einigen Eltern ist die Verunsicherung groß, weil viel Stimmung gegen Impfungen gemacht wird.

Fakt ist:

  • Impfen hat viele positive Effekte und sehr wenige Nebenwirkungen.
  • Nicht-Impfen gefährdet die Lebensqualität der ganzen Familie.
  • Impfungen fördern keine Allergien.

Empfohlene Impfungen

Auf der Basis jahrelanger wissenschaftlicher Forschung zum Thema Impfen erarbeitet ein unabhängiges Gremium aus Wissenschaftlern und Ärzten („Ständige Impfkommission”, STIKO) Empfehlungen, gegen welche Viren und Bakterien Sie sich oder Ihr Kind impfen lassen sollen. Dabei werden der Nutzen und mögliche Nebenwirkungen abgewogen – sowohl für den Einzelnen als auch für alle Bürger. Die empfohlenen Impfungen sind für Sie kostenfrei. Eltern können sich darauf verlassen, dass die STIKO-Empfehlungen sinnvoll und geprüft sind.

Impfkalender


Impfkalender Der Impfkalender zeigt, welche Impfungen zu welchem Zeitpunkt von der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts empfohlen werden.

Impfen schützt – Nicht-Impfen gefährdet

Seit mehr als 100 Jahren werden in Deutschland meldepflichtige Infektionskrankheiten erfasst. Waren es zu Beginn nur „Volksseuchen“, wie z. B. Lepra, Cholera oder Fleckfieber, kamen bald Krankheiten wie Tuberkulose, Hirnhautentzündung, Masern, Kinderlähmung und Diphtherie hinzu. All diese Krankheiten kosteten jedes Jahr Tausenden Menschen das Leben [1].
So erkrankte z. B. vor der Einführung der Impfung fast jedes Kind an Masern – mit teilweise erheblichen Folgeschäden wie Lähmungen und geistigen Behinderungen. Auch Krankheiten, deren Namen wir nur noch aus Erzählungen kennen, wurden durch Impfungen und bessere Lebensumstände zurückgedrängt. Allerdings können diese Krankheiten, wie z. B. Kinderlähmung (Poliomyelitis), wieder stärker aufkommen, wenn sich nicht genug Menschen dagegen impfen lassen.

Quelle (öffnet in neuem Fenster):
[1] Statistik meldepflichtiger übertragbarer Krankheiten.

Masern-Fälle in Deutschland (2005–2016)

Masern-Fälle in Deutschland in den Jahren zweitausendfünf bis zweitausendsechzehn Die Grafik zeigt, dass zweitausendfünf waren es siebenhunderteinundachtzig Fälle, zweitausendsechs waren es zweitausenddreihundertacht Fälle, zweitausendsieben waren es fünfhundertsechsundsechzig Fälle, zweitausendacht waren es neunhundertfünfzehn Fälle, zweitausendneun waren es fünfhunderzweiundsiebzig Fälle, zweitausendzehn waren es siebenhundertachtzig Fälle, im Jahr zweitausendelf waren es eintausendsechshundertacht Fälle, im Jahr zweitausendzwölf waren es einhundertfünfundsechzig Fälle, im Jahr zweitausenddreizehn waren es eintausendsiebenhundertneunundsechzig Fälle, im Jahr zweitausendvierzehn waren es vierhundertzweiundvierzig Fälle, im Jahr zweitausendfünfzehn waren es zweitausendvierhundertvierundsechzig Fälle und im Jahr zweitausendsechszehn waren es dreihundertsechsundzwanzig Fälle. Wieso die Fallzahlen in Wellen auftreten, ist nicht ausreichend geklärt. Die Daten stammen von dem Robert Koch-Institut.

Deshalb sind gerade Kinder darauf angewiesen, dass ihre Eltern für sie die richtigen Entscheidungen treffen. Für viele Krankheiten sind sie besonders anfällig, andere verlaufen bei ihnen schwerwiegender als bei Erwachsenen, beeinträchtigen die Entwicklung oder sind potenziell tödlich. Noch immer erkranken in Deutschland zum Beispiel Kinder an Rotaviren, fangen sich im Ausland Diphtherie ein oder infizieren sich beim Spielen mit Tetanus. Nur ihre Eltern können ihnen dieses Schicksal ersparen – durch entsprechende Schutzimpfungen.

Wieso schützt eine Impfung Ihre Familie?

Wenn sich genügend Menschen in Thüringen impfen lassen, werden auch die Menschen geschützt, die nicht geimpft werden können. Zum Beispiel Babys oder Menschen mit stark geschwächten Immunsystem (wie Krebspatienten mit Chemotherapie). Sie sind darauf angewiesen, dass sich die Menschen in ihrem Umfeld impfen lassen und sie so vor der Ansteckung mit Krankheiten schützen. Dieses Phänomen wird als Gemeinschaftsschutz (auch „Herdenimmunität”) bezeichnet.

Gemeinschaftsschutz

Gemeinschaftsschutz. Die Grafik zeigt drei verschiedene Varianten der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten, in einer Gruppe von Menschen von denen einige geimpft und einige nicht. Variante eins: Niemand ist geimpft. Ansteckende Krankheiten verbreiten sich ungehindert, fast alle erkranken.  Variante zwei: Ein kleiner Teil der Bevölkerung ist geimpft. Ansteckende Krankheiten verbreiten sich teilweise, weniger Mitbürger erkranken. Variante drei: Ein Großteil der Bevölkerung ist geimpft. Die Verbreitung ansteckender Krankheiten wir verhindert, kaum jemand erkrankt.

Wieso gibt es Kombinationsimpfstoffe?

Mit einem Kombinationsimpfstoff werden mehrere Impfungen zeitgleich gegeben. Und das hat Vorteile. Zum Einen schützen Sie Ihr Kind damit gleich vor mehreren Krankheiten. Zum Anderen wird durch die Kombination der Impfungen die Anzahl der nötigen Arzttermine reduziert. Das bedeutet weniger Stress für Eltern und Kinder.

Ein weit verbreitetes Gerücht ist, dass Kombinationsimpfstoffe das Immunsystem des Kindes überlasten. Tatsächlich sind die modernen Impfstoffe sehr hoch entwickelt und enthalten nur noch geringe Bestandteile der Erreger. Das kindliche Immunsystem ist gut darauf vorbereitet, sich damit auseinanderzusetzen. Alleine im normalen Alltag setzt sich das Immunsystem mit einer vielfach größeren Menge an Erregern auseinander als das bei Impfungen der Fall ist. Deshalb gilt: Kombinationsimpfstoffe haben viele Vorteile und schützen Ihr Kind gleich vor mehreren Krankheiten [1].

Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin – diese empfehlen Ihnen für Ihr Kind geeignete Impfung. 

Quelle (öffnet in neuem Fenster):
[1] Webseite des Robert Koch-Instituts.

Und was ist mit Nebenwirkungen?

Wie alle anderen medizinischen Produkte können auch Impfungen Nebenwirkungen verursachen. Nahezu jeder kennt Begleiterscheinungen des Impfens wie Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle. Dies sind Anzeichen dafür, dass das Immunsystem auf die Impfung reagiert und gerade dabei ist, den Körper gegen eine mögliche Infektion zu wappnen. Diese Nebenwirkungen sind aber normalerweise harmlos und gehen schnell vorüber. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Impfungen Allergien verursachen können. Dieser Irrtum kann entstehen, weil es heutzutage sowohl mehr Impfungen als auch mehr Allergien gibt. Auch wenn zwei Dinge gleichzeitig auftreten, heißt das nicht, dass sie etwas miteinander zu tun haben.

Die Erfahrung aus Deutschland bestätigt das: In der ehemaligen DDR gab es eine gesetzliche Impfpflicht und fast alle Kinder waren geimpft. Es gab kaum Allergien. Diese nahmen in den neuen Bundesländern erst nach der Wende zu, während zeitgleich die Impfquoten sanken [1]. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zudem keinen Zusammenhang zwischen Impfungen und Allergien [2]. Generell gilt: Impfungen sind sehr sicher.

Quellen (öffnen in neuem Fenster):
[1] Englischsprachige Fachinformation,
[2] Webseite des Robert Koch-Instituts.

Und was ist mit Zusatzstoffen?

Alle Inhaltsstoffe in den zugelassenen Impfungen sind vom Bundesinstitut für Impfstoffe (Paul-Ehrlich-Institut) geprüft.

Es gilt: Die Zusatzstoffe von Impfungen sind sicher.



So wird ein Impfstoff geprüft

So wird ein Impfstoff geprüft. Die Graphik zeigt die verschiedenen Stufen der Prüfung von Impfstoffen durch das Paul-Ehrlich-Institut. Bevor ein Impfstoff zugelassen wird, wird dieser zuerst an Tieren und zuletzt an bis zu 10000 Menschen getestet auf Wirksamkeit, Sicherheit und Effektivität. Selbst nach der Zulassung werden Impfstoffe im Einsatz überwacht.


Hier
finden Sie die wichtigsten Fakten zu empfohlenen Impfungen für Ihre Kinder und Jugendlichen kurz zusammengefasst.
Wir wollen Ihnen wissenschaftlich fundiert und gut verständlich Informationen für eine eigenständige Entscheidung bieten.