Kurze Fakten zur Hepatitis B

An einer Hepatitis-B-Infektion erkranken meist Erwachsene, bei denen die Infektion nur bei 5 bis 10% der Fälle zu einer chronische Erkrankung führt [1]. Bei Säuglingen sieht dies anders aus – bei den seltenen Fällen in Deutschland entwickeln bis zu 90% eine lebenslange Krankheit aus der Infektion [2]. Eine Hepatitis-B-Infektion schädigt dabei die Leber, z.B. durch eine Leberzirrhose. Die Übertragung des Virus geschieht durch den Austausch von Körperflüssigkeiten, wie Speichel oder Blut, mit einer infizierten Person. Der häufigste Übertragungsweg ist der Geschlechtsverkehr, es reichen jedoch auch Bagatellverletzungen wie z.B. Schürfwunden aus. Sicher, bis zum Teenageralter Ihres Säuglings ist es noch weit – und doch können Sie bereits jetzt etwas zum Schutz Ihrer Jugendlichen und dann jungen Erwachsenen tun. In Deutschland wurden in den letzten Jahren mehrere tausend neue Fälle einer Hepatitis-B-Infektion an das Robert Koch-Institut gemeldet, der höchste Anteil in der Altersgruppe liegt dabei zwischen 15 bis 29 Jahre [3]. Eine Impfung schützt daher nicht nur ihr kleines Kind – sondern vor allem in der turbulenten Zeit des Erwachsen-werdens.

Hepatitis-B-Erkrankungen in Deutschland*

* Hier lesen Sie mehr zur Hepatitis-B-Meldepflicht.

Die Grafik zeigt, dass sich die Hepatitis-B-Erkrankungsfälle zwischen zweitausendsechs und zweitausendvierzehn auf einem vergleichbaren Niveau bewegten, und dann zwischen zweitausendvierzehn und zweitausendsiebzehn stark anstiegen. Zwischen zweitausendsechs und zweitausendvierzehn bewegten sich die Zahlen zwischen einem Minimum von sechshundertsechsundsiebzig Fällen im Jahr zweitausendzwölf und einem Maximum von tausendeinhundertneunzig im Jahr zweitausendsechs. Im Jahr zweitausendfünfzehn zeigt sich dann ein sprunghafter Anstieg der Erkrankungen auf zweitausendeinundzwanzig Fälle.  In den darauffolgenden Jahren stieg die Zahl der Erkrankungen weiter an und erreichte zweitausendsiebzehn einen Höchststand von dreitausendfünfhundertdreiundsechzig Fällen. Die Daten stammen aus dem Robert Koch-Institut.

Fakt ist:

  • Hepatitis-B-Infektionen führen vor allem bei Säuglingen zu chronischen Erkrankungen mit lebenslangen Einschränkungen.
  • Die Übertragung erfolgt meist von Mensch zu Mensch.
  • Eine Impfung bietet den besten Schutz, da eine Behandlung einer akuten Hepatitis-B-Infektion beschränkt sind.  

So wird gegen Hepatitis B geimpft:

Seit 1995 empfiehlt die STIKO für alle Säuglinge, Kinder und Jugendliche eine Schutzimpfung. Diese besteht für Säuglinge aus vier Teilimpfungen:

  • Die erste Impfung kann ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat erfolgen.
  • Die zweite Impfdosis sollte ca. 4 Wochen später mit Vollendung des dritten Lebensmonat erfolgen.
  • Die dritte Impfung wird am Ende des vierten Lebensmonat gegeben.
  • Die letzte Impfung zur vollständigen Grundimmunisierung wird am Ende des ersten Lebensjahrs im Alter zwischen 11. bis 14 Monate gegeben. 

Übrigens wird häufig ein Sechsfachimpfstoff geimpft, gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hib und Hepatitis B. Das reduziert die Anzahl der nötigen Piekser. Nach dieser Grundimmunisierung sind Ihre Kinder übrigens langjährigen, möglicherweise sogar lebenslang gegen eine Hepatitis-B-Infektion geschützt. Wie alle Impfungen die durch die STIKO empfohlen wird, ist auch diese kostenfrei für Sie. 

Fünf Fakten zu Hepatitis B:

Fakt 1: Für kleine Kinder ist eine Hepatitis-B-Infektion besonders gefährlich.

Es infizieren sich nur sehr wenige Kinder in Deutschland unter 15 Jahren mit Hepatitis B. Von diesen wenigen werden jedoch bis zu 90 Prozent der infizierten Kinder chronisch krank.  Eine akute Hepatitis-B-Virusinfektion ist zusätzlich schwer zu behandeln. Die Erkrankung wie. z.B. eine chronische Leberzirrhose bedeutet in der Folge häufig eine lebenslange Einnahme von Medikamenten. 

Fakt 2: Vorsorge ist besser als Nachsorge.

Ab dem 15ten Lebensjahr steigt die Anzahl der jährlichen gemeldeten Neu-Infektionen stark an [2]. Dies hängt auch mit dem häufigsten Übertragungsweg von Hepatitis B zusammen: Geschlechtsverkehr. Für die meisten Jugendlichen ist die Pubertät eine schwierige Zeit mit vielen Veränderungen und Entdeckungen – durch eine Impfung gegen Hepatitis B im Säuglingsalter bleibt Ihnen und Ihren Jugendlichen die Überraschung einer Hepatitis-B-Infektion erspart. Eine frühzeitige Impfung schützt Ihre zukünftigen Teenager und jungen Erwachsenen.

Quelle (öffnet in neuem Fenster): 
[2] Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten, 2017.

Hepatitis-B-Erkrankungen nach Altersgruppen in Deutschland (2017)

Hepatitis-B-Erkrankungen nach Altersgruppen in Deutschland im Jahr zweitausendsiebzehn Die Grafik zeigt, dass es im Jahr zweitausendsiebzehn in der Altersgruppe der unter vierzehnjährigen einunddreißig Hepatitis-B-Erkrankungen gab, während es in der Altersgruppe der fünfzehn- bis vierundzwanzigjährigen sechshundertsiebenundvierzig Fälle waren. Die Altersgruppe der fünfundzwanzig- bis vierunddreißigjährigen war insgesamt am stärksten von Hepatitis-B-Erkrankungen betroffen, hier waren es neunhundertvierundsiebzig Fälle. In der Altersgruppe der fünfunddreißig- bis vierundvierzigjährigen waren es sechshundertsiebenundsiebzig und in der Altersgruppe der fünfundvierzig- bis vierundfünfzigjährigen fünfhundertzweiundfünfzig Fälle. Die Altersgruppe der fünfundfünfzig- bis vierundsechzigjährigen war dagegen mit hunderteinundachtzig Fällen etwas weniger stark von Hepatitis-B-Erkrankungen betroffen. Die Daten stammen aus dem Robert Koch-Institut.

Fakt 3: Eine Impfung gegen Hepatitis B schützt zuverlässig.

Bereits nach der dritten Impfung sind ein hoher Anteil der korrekt geimpften Menschen geschützt. Die vollständige Grundimmunisierung, mit allen vier Impfdosen im Säuglingsalter, sorgt sogar dafür, dass bei bis zu 95% der jungen Erwachsenen genug Antikörper gegen das Hepatitis-B-Virus vorhanden sind [2]. Nach einigen internationalen Studien kann sogar von einem lebenslangen Schutz ausgegangen werden. Bei Kindern ohne ausreichende Grundimmunisierung oder die nicht geimpft sind, sollte die Impfung jederzeit nachgeholt werden. Für Kinder von Müttern mit einer chronischen Hepatitis B bzw. von Müttern mit einem unbekannten Hepatitis-B-Status ist sogar eine Impfung direkt nach der Geburt dringend empfohlen.

Quelle (öffnet in neuem Fenster): 
[2] Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten, 2017.

Fakt 4: Nebenwirkungen der Hepatitis-B-Impfung sind möglich, aber normalerweise harmlos und gehen schnell vorüber.

Die Hepatitis-B-Impfung ist die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung der Krankheit. Hepatitis B wird häufig mit einem Sechsfachimpfstoff geimpft. Dies bedeutet für Sie weniger Impfungen und weniger Tage mit möglichen Nebenwirkungen. Der Sechsfachimpfstoff enthält die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hib und Hepatitis B. Nebenwirkungen sind möglich, aber normalerweise harmlos und gehen schnell vorüber. Nahezu jeder kennt Begleiterscheinungen des Impfens wie Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle. Auch Symptome wie Abgeschlagenheit, Kopf- oder Gliederschmerzen können auftreten. Dies sind Anzeichen dafür, dass sich der Körper mit der Impfung auseinandersetzt und einen Schutz aufbaut. In Einzelfällen, d.h. bei weniger als einem von 10.000 geimpften Säuglingen und Kleinkindern kann es im Zusammenhang mit einer Temperaturerhöhung zu einem Fieberkrampf kommen. Dies geht in der Regel ohne Folgen vorüber. Jeder Impfstoff kann verschiedene Nebenwirkungen haben – abhängig ob es z.B. eine Grundimmunisierung oder eine Auffrischungsimpfung ist oder welcher Impfstoff von welchem Hersteller geimpft wird. Sollten Sie dazu Fragen haben, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die Nebenwirkungen klingen meist nach 1-3 Tagen wieder ab und sind weniger schlimm als die Symptome der Hepatitis B und deren möglichen Folgeschäden. Generell gilt, dass Impfungen sehr sicher sind und nur äußerst selten schwerwiegende Komplikationen auftreten.

Nebenwirkungen der Hepatitis-B-Impfung

Abhängig vom Impfpräparat, Hersteller oder Grundimmunisierung oder Auffrischungsimpfung gibt es verschiedene Nebenwirkungen. Hier werden beispielhaft die sehr häufigen bis gelegentlichen Nebenwirkungen eines mehrfach-Impfstoffes für Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis B, Kinderlähmung und Hib für Kinder ab 2 Monaten dargestellt.

Nebenwirkungen der Hepatitis-B-Impfung bei null bis siebzehnjährigen. Die Grafik zeigt, dass bei einhundert geimpften Personen bei mehr als zehn Personen verringerter Appetit, Schläfrigkeit, Erbrechen, Schreien, Reizbarkeit, Rötung, Schmerz und Schwellung an der Injektionsstelle und Fieber auftreten können.  Bei etwa bis zu zehn Personen von geimpften Personen können Diarrhö, Induration, Bluterguss oder Knötchen an der Injektionsstelle auftreten.  Bei weniger als einer Person von einhundert geimpften Personen können verstärkter Appetit, Schlafstörung einschließlich Schlaflosigkeit, Unruhe, Schnupfen, Schwellung von Lymphknoten, erniedrigter Blutdruck, Husten, Blässe, Bauchschmerz, allgemeiner Ausschlag, übermäßige Schweißproduktion, Ausschlag und Erwärmung an der Injektionsstelle sowie Müdigkeit auftreten können.

Das Auftreten von Nebenwirkungen muss sehr genau überprüft und ausgewertet werden. Nach internationalem Standard wird die Häufigkeit von Nebenwirkungen in folgende Kategorien unterteilt:

sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10 (also >10%),
häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100 (also 1–10%),
gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000 (also 0,1–1%),
selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000 (also 0,01–0,1%),
sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000 (also <0,01%),
Häufigkeit nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Fakt 5: Manchmal muss eine Impfung verschoben werden.

Kinder mit hohem Fieber sollten nicht geimpft werden. Sollte Ihr Kind eine akute, schwere und mir Fieber verbundene Erkrankung oder eine Allergie haben, informieren Sie Ihren Arzt oder ihre Ärztin darüber. Nicht-fiebrige Erkrankungen wie ein leichter Schnupfen sind meist unproblematisch, aber fragen Sie in jedem Fall nach. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin unterstützt Sie bei der Impfentscheidung.