Kurze Fakten zur Haemophilus influenzae Typ b

Haben Sie schon einmal von „Hib“ gehört? Den meisten Eltern von heute sagt diese Abkürzung nichts mehr. Sie steht für Haemophilus influenzae Typ b – ein Bakterium, das vor allem für Kinder unter fünf Jahren gefährlich ist. Es kann schwere Formen von Hirnhaut-, Herzmuskel und Lungenentzündungen verursachen, zu einer Blutvergiftung führen oder eine lebensbedrohliche Entzündung des Kehldeckels (Epiglottitis) auslösen. Bis zum Jahr 2000 erkrankten weltweit jährlich rund 8,3 Millionen Kinder schwer, 371.000 starben an den Folgen einer Hib-Infektion [1].
Durch die 1990 in Deutschland eingeführte Schutzimpfung für Säuglinge spielt die Krankheit hierzulande mittlerweile aber kaum noch eine Rolle. Inzwischen erkranken nur noch wenige Säuglinge und Kleinkinder schwer daran [2]. Diese Entwicklung zeigt, dass eine Impfung der effektivste Weg ist, um Kinder vor Hib-Erkrankungen zu schützen. Das gilt auch mit Blick auf die sehr einfache Übertragung durch Husten oder Niesen, denn das Bakterium wird vor allem per Tröpfcheninfektion weitergegeben. Eine Ansteckung ist also leicht möglich, wenn das Kind nicht durch eine Impfung geschützt ist. 

Hib-Erkrankungen in Deutschland

Hib-Erkrankungen in Deutschland zwischen zweitausendzehn und zweitausendsiebzehn. Die Grafik zeigt, dass die Anzahl der Hib-Erkrankungen zwischen zweitausendzehn und zweitausendsiebzehn schwankte, und zwar zwischen einem Minimum von dreizehn Erkrankungsfällen im Jahr zweitausendzwölf und einem Maximum von neunundzwanzig Fällen im Jahr zweitausendsechzehn. Die Daten sind den Statistiken des Robert Koch-Instituts entnommen.

Fakt ist:

  • Hib-Infektionen sind für Kinder unter fünf Jahren sehr gefährlich. Vor allem wenn sie eine Entzündung des Kehldeckels entwickeln, kann sie aufgrund der Erstickungsgefahr tödlich enden.
  • Die Übertragung erfolgt meist von Mensch zu Mensch. Durch Husten oder Niesen wird sie per Tröpfcheninfektion weitergegeben.
  • Seit 1990 empfiehlt die STIKO für alle Säuglinge eine Schutzimpfung. Seitdem ist ein massiver Rückgang der Krankheit zu beobachten.
  • Eine Impfung bietet den besten Schutz, da eine Therapie mit Antibiotika oft aufgrund von Resistenzen der Erreger nicht anschlägt. 

So wird gegen Hib geimpft:

Die Impfung gegen Hib ist sehr wirkungsvoll und gut verträglich. In Deutschland ist sie Teil der Grundimmunisierung und wird zusammen mit der Impfung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio und Hepatitis B geimpft. Die Impfung besteht aus vier Teilimpfungen:

  • Die erste Impfung erfolgt zu Beginn des dritten Lebensmonats.
  • Die zweite Impfung bekommt das Kind mit dem vollendetem dritten Lebensmonat.
  • Die dritte Impfdosis erfolgt nach dem vollendetem vierten Lebensmonat.
  • Die letzte Teilimpfung wird am Ende des ersten Lebensjahres verabreicht.

Die STIKO empfiehlt die Impfung nach dieser Taktung für alle Säuglinge. Für Kleinkinder, die bereits älter als ein Jahr sind, reicht eine Impfdosis aus. Es gibt sowohl Kombinations- als auch Einzelimpfstoffe, die gut verträglich sind – besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, welche Impfung Ihr Kind am besten schützt.

Die Grundimmunisierung für Kinder beginnt mit dem Ende des zweiten Lebensmonats. Um ihr Kind frühzeitig vor einer Hib-Erkrankung zu schützen, sollte die Impfung nicht später erfolgen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten dafür. 

Vier Fakten zu Haemophilus influenzae Typ b

Fakt 1: Für Säuglinge und Kleinkinder ist Hib lebensgefährlich.

Bei Kindern unter fünf Jahren kann eine Hib-Infektion innerhalb weniger Stunden zu Hirnhautentzündungen und Entzündungen den Kehlkopfdeckels führen. Auch Blutvergiftungen, schwere Mittelohr- und Lungenentzündungen sowie Entzündungen von Haut und Gelenken kann das Bakterium verursachen. Wird eine Hib-Infektion nicht schnell genug behandelt, kann sie tödlich enden. Doch selbst dann schlägt eine Therapie nicht immer an: Schon jetzt reagieren nämlich einige Hib-Stämme nicht mehr auf Antibiotika, weil sie resistent sind. Unbehandelt verläuft eine Hib-Infektion bei Kindern in den meisten Fälle tödlich [3].

Quelle (öffnet in neuem Fenster):
[3] Englischsprachige Fachinformation.

Hib-Erkrankungen nach Altersgruppen in Deutschland (2017)

Hib nach Altersgruppe in Deutschland zweitausendsechzehn. Die Grafik zeigt, dass in der Altersgruppe null bis neunzehn insgesamt neun Menschen erkrankten. Davon waren acht im Alter von null bis vier Jahren. Im Alter von zwanzig bis neununddreißig erkrankten zwei, im Alter von vierzig bis neunundfünfzig erkrankten acht, im Alter von sechzig bis neunundsiebzig und in der Altersgruppe achtzig plus erkrankten jeweils fünf Personen an Hib. Die Daten sind den Statistiken des RKI entnommen.

Fakt 2: Eine Impfung bietet den besten Schutz.

Wie wirksam die Impfung ist, belegt die Statistik: Seit 1990 in Deutschland die Schutzimpfung eingeführt wurde, hat sich die Zahl der Krankheitsfälle kontinuierlich verringert. In der DDR, wo die Infektionszahlen sehr genau dokumentiert wurden, traten in den Jahren vor 1990 jeweils etwa 100 bis 120 Fälle von eitrigen Hirnhautentzündungen auf [1]. Mit Einführung der Schutzimpfung in ganz Deutschland verringerten sich die jährlichen Fallzahlen rasch auf weniger als zehn pro Jahr. 

Quelle (öffnet in neuem Fenster): 
[1] Webseite des Robert Koch-Instituts.

Fakt 3: Nebenwirkungen der Hib-Impfung sind möglich, aber normalerweise harmlos und gehen schnell vorüber.

Die Hib-Impfung ist die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung der Krankheit. Nahezu jeder kennt Begleiterscheinungen des Impfens wie Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle. Auch Symptome wie Abgeschlagenheit, Kopf- oder Gliederschmerzen können auftreten. Dies sind Anzeichen dafür, dass sich der Körper mit der Impfung auseinandersetzt und einen Schutz aufbaut. Jeder Impfstoff kann verschiedene Nebenwirkungen haben – abhängig ob es z.B. eine Grundimmunisierung oder eine Auffrischungsimpfung ist oder welcher Impfstoff von welchem Hersteller geimpft wird. Sollten Sie dazu Fragen haben, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die Nebenwirkungen klingen meist nach 1-3 Tagen wieder ab und sind weniger schlimm als die Symptome der Erkrankung und deren möglichen Folgeschäden. Generell gilt, dass Impfungen sehr sicher sind und nur äußerst selten schwerwiegende Komplikationen auftreten.

Nebenwirkungen der Hib-Impfung

Abhängig vom Impfpräparat, Hersteller oder Grundimmunisierung oder Auffrischungsimpfung gibt es verschiedene Nebenwirkungen. Hier werden beispielhaft die sehr häufigen bis gelegentlichen Nebenwirkungen eines mehrfach-Impfstoffes für Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis B, Kinderlähmung und Hib für Kinder ab 2 Monaten dargestellt.

Nebenwirkungen der Hepatitis-B-Impfung bei null bis siebzehnjährigen. Die Grafik zeigt, dass bei einhundert geimpften Personen bei mehr als zehn Personen verringerter Appetit, Schläfrigkeit, Erbrechen, Schreien, Reizbarkeit, Rötung, Schmerz und Schwellung an der Injektionsstelle und Fieber auftreten können.  Bei etwa bis zu zehn Personen von geimpften Personen können Diarrhö, Induration, Bluterguss oder Knötchen an der Injektionsstelle auftreten.  Bei weniger als einer Person von einhundert geimpften Personen können verstärkter Appetit, Schlafstörung einschließlich Schlaflosigkeit, Unruhe, Schnupfen, Schwellung von Lymphknoten, erniedrigter Blutdruck, Husten, Blässe, Bauchschmerz, allgemeiner Ausschlag, übermäßige Schweißproduktion, Ausschlag und Erwärmung an der Injektionsstelle sowie Müdigkeit auftreten können.

Das Auftreten von Nebenwirkungen muss sehr genau überprüft und ausgewertet werden. Nach internationalem Standard wird die Häufigkeit von Nebenwirkungen in folgende Kategorien unterteilt:

sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10 (also >10%),
häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100 (also 1–10%),
gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000 (also 0,1–1%),
selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000 (also 0,01–0,1%),
sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000 (also <0,01%),
Häufigkeit nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Fakt 4: Manchmal muss eine Impfung verschoben werden.

Kinder mit hohem Fieber sollten nicht geimpft werden. Sollte Ihr Kind eine akute, schwere und mir Fieber verbundene Erkrankung oder eine Allergie haben, informieren Sie Ihren Arzt oder ihre Ärztin darüber. Nicht-fiebrige Erkrankungen wie ein leichter Schnupfen sind meist unproblematisch, aber fragen Sie in jedem Fall nach. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin unterstützt Sie bei der Impfentscheidung.