Kurze Fakten zu Humane Papillomviren

HPV ist die Abkürzung für Humane Papillomviren, eine weltweit verbreitete Virengruppe die Krebs verursachen können. Mittlerweile sind über 200 verschiedene HP-Viren bekannt. Die meisten sind harmlos, doch einige verursachen Warzen und Feigwarzen, andere führen zu Zellveränderungen, aus denen sich Krebs entwickeln kann. Meist sind Infektionen mit HPV vorübergehend. Sie können jedoch auch unbemerkt fortbestehen und über Krebsvorstufen nach vielen Jahren zu einer Krebserkrankung führen.

Die Viren werden hauptsächlich über Sexualkontakte übertragen. Kondome schützen nicht sicher vor einer Infektion. Die meisten sexuell aktiven Menschen infizieren sich mindestens einmal im Leben mit HPV. Jährlich erkranken ca. 4.500 Frauen neu an Gebärmutterhalskrebs – und nahezu 100 Prozent der Erkrankungen gehen auf das Konto von HPV [1]. In Deutschland treten bei Männern HPV-bedingt pro Jahr etwa 600 Anal- und mindestens 250 Peniskarzinome sowie mindestens 750 Karzinome in der Mundhöhle bzw. im Rachen als Neuerkrankungen auf.

Quelle (öffnet in neuem Fenster):
[1] Webseite des Robert Koch-Instituts.

Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen nach Altersgruppen in Deutschland

Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen nach Altersgruppen in Deutschland zwischen zweitausendacht und zweitausendvierzehn. Die Grafik zeigt, dass es in der Altersgruppe der unter neunzehnjährigen über die Jahre sehr wenige Fälle von Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen gab.  In der Altersgruppe der zwanzig- bis neununddreißigjährigen erkrankten pro Jahr jeweils zwischen achthundert und neunhundert Frauen.  Die Grafik zeigt zudem, dass die Altersgruppe der vierzig bis neunundfünfzigjährigen insgesamt am stärksten von Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen betroffen war: die Zahlen schwanken zwischen dem Minimum von tausendvierundsiebzig Fällen im Jahr zweitausendvierzehn und dem Maximum von zweitausendzweihundertdreiundachtzig Fällen im Jahr zweitausendacht.  In der Altersgruppe sechzig bis neunundsiebzig Jahre lagen die Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen zwischen dem Minimum von tausendzweihundertvierundsechzig Fällen im Jahr zweitausendelf und dem Maximum von tausenddreihundertfünfunddreißig Fällen im Jahr zweitausendacht. In der Altersgruppe achtzig plus erkrankten pro Jahr jeweils zwischen zweihundert und fünfhundert Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Die Daten stammen aus dem offiziellen Register www.krebsdaten.de.

Fakt ist:

  • Humane Papillomviren sind weltweit verbreitet, fast alle sexuell aktiven Frauen und Männer stecken sich im Laufe ihres Lebens damit an.
  • Nahezu 100 Prozent der jährlichen Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen bei Frauen gehen auf das Konto von Humanen Papillomviren.
  • Eine Impfung bietet für Mädchen und Jungen den besten Schutz gegen besonders gefährliche Viren-Typen. Sie sollte am besten vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Sie kann aber auch danach noch sinnvoll sein, weil die Impfung noch vor weiteren im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen schützen kann.
  • Die Impfung schützt nicht gegen alle Viren-Typen. Doch je nach Impfstoff vor zwei bis neun Hochrisiko-Typen. Das Risiko für HPV-bedingte Krebserkrankungen können sie daher effektiv reduzieren. 

So wird gegen HPV geimpft:

Die STIKO empfiehlt die Impfung daher für alle Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Für Mädchen und junge Frauen ist die Impfung bereits seit dem Jahr 2007 empfohlen. Seit Ende Juni 2018 gilt die Impfempfehlung nun auch für Jungen [1]. 

Das Impfalter wurde absichtlich auf einen frühen Zeitpunkt gelegt, denn für einen bestmöglichen Schutz sollte die Impfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen. Außerdem wurde gezeigt, dass jüngere Kinder einen bessere Immunantwort nach der HPV-Impfung zeigen als ältere. Ein fehlender oder unvollständiger Impfschutz sollte bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden. Je nach Alter erfolgt der Aufbau des Impfschutzes mit zwei oder drei Impfungen. In Abhängigkeit von der sexuellen Aktivität kann eine Impfung auch nach dem 17. Lebensjahr noch sinnvoll sein. Die Kostenübernahme muss bei älteren Jungen und Mädchen jedoch mit den Krankenkassen individuell abklärt werden.

  • Im Alter von 9 bis 13 bzw. 14 Jahren (je nach Impfstoff) kann die Impfung mit zwei Impfdosen erfolgen, wenn der empfohlene Abstand zwischen den Impfungen eingehalten wird: er soll abhängig vom Impfstoff mindestens fünf oder sechs Monate dauern und 13 Monaten nicht überschreiten. Hierzu berät Sie Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt.
  • Ab einem Alter von 14 bzw. 15 Jahren (je nach Impfstoff) wird dreimal gegen HPV geimpft. Abhängig vom Impfstoff erfolgt die zweite Impfung einen bis zweieinhalb Monate nach der ersten Impfung. Die letzte Impfung wird in der Regel sechs Monate nach der ersten Impfung gegeben. Die drei Impfungen sollten möglichst innerhalb eines Jahres verabreicht werden. Ihr Arzt informiert Sie über die genauen Abstände zwischen den einzelnen Impfungen.

Denken Sie bei Ihren Kindern an die Impfung – außer der Impfung gibt es keinen wirksamen Schutz gegen HPV. Schützen Sie Ihre Kinder vor Krebs. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten bei Mädchen und jungen Frauen zwischen 9 und 14 Jahren. Inwieweit die Kosten der Impfung auch für Jungen übernommen werden, muss noch geklärt werden. Einige Krankenkassen übernehmen es aber schon jetzt. Am besten fragen Sie direkt bei Ihrer Krankenkasse nach!

Quelle (öffnet in neuem Fenster):
[1] Webseite des Robert Koch-Instituts.

HPV-Impfstatus bei Mädchen im Alter 12–17 in Deutschland (2014)

HPV-Impfstatus bei Mädchen im Alter zwölf bis siebzehn in Deutschland zweitausendvierzehn. Die Grafik zeigt, dass zweiundfünfzig Komma sechs Prozent der Mädchen eine Impfdosis erhalten haben. Eine vollständige HPV-Impfung mit allen drei Impfdosen haben neununddreißig Komma fünf Prozent erhalten.  Die Daten sind dem Robert Koch-Institut entnommen.

Sieben Fakten zu Humanen Papillomviren:

Fakt 1: HPV ist sehr verbreitet.

Fast alle Menschen, die sexuell aktiv sind, infizieren sich früher oder später mit HPV. Die Viren sind weltweit verbreitet und werden meist durch Sexualkontakte übertragen. Daher steigt das Risiko einer Infektion mit einer wachsenden Zahl von Sexualpartnern an. In seltenen Fällen werden die Viren auch durch Schmierinfektionen oder bei der Geburt weitergegeben. Mittlerweile sind über 100 unterschiedliche Typen des Erregers bekannt, doch die meisten sind harmlos. Bei etwa 80 Prozent aller Infizierten treten keine Krankheitsanzeichen auf [1]. Eine Infektion verläuft unbemerkt und heilt ohne Therapie oder Folgen wieder aus. In manchen Fällen treten aber auch Warzen oder Feigwarzen auf – und bis zu drei Prozent der Frauen entwickeln durch die Viren Zellveränderungen am Gebärmutterhals, die zu Krebs führen können. 

Fakt 2: HPV ist für einen Großteil der Erkrankungen mit Gebärmutterhalskrebs verantwortlich.

In Deutschland sind nach Schätzungen rund sechs Millionen Frauen mit HPV infiziert. Mehrere hunderttausend davon entwickeln jährliche eine Vorstufe von Gebärmutterhalskrebs, rund 4000 erkranken an der Krebsform [2] . Für rund 70 Prozent dieser Erkrankungen sind Humane Papillomviren verantwortlich [2] . Sie gehen auf das Konto bestimmter Hochrisiko-Typen des Erregers, die besonders lange im Gewebe verweilen. Vor allem HPV-16 und HPV-18 sind gefährlich, weil sich darauf oft chronische Infektionen ergeben. Sie verursachen über viele Jahre und mehrere Vorstufen Gebärmutterhalskrebs, betreffen also das Verbindungsteil zwischen Scheide und Gebärmutter. 

Quelle (öffnet in neuem Fenster): 
[2] Webseite des Robert Koch-Instituts.

Fakt 3: Eine Impfung bietet den besten Schutz.

Die Impfstoffe schützen zuverlässig vor der Ansteckung mit HPV-16 und 18, die hauptverantwortlich für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen sind. Daher senken sie das Risko einer Erkrankung effektiv. Sich anderweitig vor HPV zu schützen, ist nahezu unmöglich. Selbst Kondome bieten keinen sicheren Schutz vor einer Übertragung, weil die Viren von den nicht durch ein Kondom abgedeckten Stellen auf den Schambereich übertragen werden und sich dort langsam von der Scheide bis zum Gebärmutterhals ausbreiten. Daher können sie selbst bei konsequenter Verwendung nur 50 Prozent der Infektionen verhindern. Sofern eine Impfung vor dem 17. Lebensjahr und vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgt, bietet sie den besten Schutz. 

Fakt 4: Es gibt verschiedene Impfstoffe.

Seit mehreren Jahren gibt es einen Zweifach-Impfstoff gegen die beiden Hochrisiko-Typen HPV-16 und 18 sowie einen Vierfach-Impfstoff gegen die HPV-Typen 16, 18 sowie 6 und 11. Die HPV-Typen 6 und 11 können Genitalwarzen verursachen. Ein neuer Neunfach-Impfstoff, der zusätzlich gegen die Hochrisiko-Typen HPV 31, 33, 45, 52 und 58 wirkt, ist im Jahr 2016 hinzugekommen [3]. Welcher Impfstoff für Ihr Kind in Frage kommt, klären Sie am besten mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Das RKI empfiehlt, eine Impfserie möglichst mit dem Impfstoff zu vervollständigen, mit dem sie begonnen wurde. Das empfohlene Impfalter liegt zwischen 9 bis 14 Jahren. Spätestens bis zum 18. Geburtstag sollten alle Impfungen abgeschlossen sein. Je nach Alter und Impfstoff sind zwei bis drei Impfungen erforderlich, meist im Abstand von sechs Monaten.  

Die Impfempfehlung der STIKO wurde vor Kurzem geändert und gilt jetzt für nicht mehr nur für Mädchen, sondern auch für Jungen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten bei Mädchen und jungen Frauen zwischen 9 und 14 Jahren. Inwieweit die Kosten der Impfung auch für Jungen übernommen werden, muss noch geklärt werden. Einige Krankenkassen übernehmen es aber schon jetzt. Am besten fragen Sie direkt bei Ihrer Krankenkasse nach!

Quelle (öffnet in neuem Fenster): 
[3] Fachinformationen der Europäischen Arzneimittel-Agentur.

Fakt 5: Nebenwirkungen der HPV-Impfung sind möglich, aber normalerweise harmlos und gehen schnell vorüber.

Die HPV-Impfung ist die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung der Krankheit. Nahezu jeder kennt Begleiterscheinungen des Impfens wie Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle. Auch Symptome wie Abgeschlagenheit, Kopf- oder Gliederschmerzen können auftreten. Dies sind Anzeichen dafür, dass sich der Körper mit der Impfung auseinandersetzt und einen Schutz aufbaut. Jeder Impfstoff kann verschiedene Nebenwirkungen haben – abhängig ob es z.B. eine Grundimmunisierung oder eine Auffrischungsimpfung ist oder welcher Impfstoff von welchem Hersteller geimpft wird. Sollten Sie dazu Fragen haben, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die Nebenwirkungen klingen meist nach 1-3 Tagen wieder ab und sind weniger schlimm als die Symptome der Erkrankung und deren möglichen Folgeschäden. Generell gilt, dass Impfungen sehr sicher sind und nur äußerst selten schwerwiegende Komplikationen auftreten.

Nebenwirkungen der HPV-Impfung

Abhängig vom Impfpräparat, Hersteller oder Grundimmunisierung oder Auffrischungsimpfung gibt es verschiedene Nebenwirkungen. Hier werden beispielhaft die sehr häufigen bis gelegentlichen Nebenwirkungen eines Impfstoffes der ab einem Lebensalter von 9 Jahren eingesetzt werden kann, dargestellt.

Nebenwirkungen der HPV-Impfung. Die Grafik zeigt, dass bei einhundert geimpften Personen bei mehr als zehn Mädchen Kopfschmerzen, Erythem, Schmerzen und Schwellungen an der Injektionsstelle auftreten können. Bei etwa bis zu zehn Personen von einhundert geimpften Personen treten Übelkeit, Schmerzen an den Extremitäten, Fieber, Bluterguss und Juckreiz an der Injektionsstelle auf.

Das Auftreten von Nebenwirkungen muss sehr genau überprüft und ausgewertet werden. Nach internationalem Standard wird die Häufigkeit von Nebenwirkungen in folgende Kategorien unterteilt:

sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10 (also >10%),
häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100 (also 1–10%),
gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000 (also 0,1–1%),
selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000 (also 0,01–0,1%),
sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000 (also <0,01%),
Häufigkeit nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Fakt 6: Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig.

Nach der Impfung ist eine Infektion mit anderen HPV-Typen weiter möglich. Deshalb ist es auch für geimpfte Frauen wichtig, regelmäßig zur Krebs-Früherkennungsuntersuchung zu gehen. 

Fakt 7: Manchmal muss eine Impfung verschoben werden.

Mädchen mit hohem Fieber sollten nicht geimpft werden. Sollte Ihre Tochter eine akute, schwere und mit Fieber verbundene Erkrankung oder eine Allergie haben, informieren Sie Ihren Arzt oder ihre Ärztin darüber. Nicht-fiebrige Erkrankungen wie ein leichter Schnupfen sind meist unproblematisch, aber fragen Sie in jedem Fall nach. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin unterstützt Sie bei der Impfentscheidung.