Kurze Fakten zu Masern

Masern ist eine der ansteckendsten Krankheiten überhaupt. Weltweit ist sie eine der häufigsten Ursachen für den Tod von Kleinkindern [1]. Sie wird durch Viren ausgelöst und von Mensch zu Mensch übertragen. Beim Husten, Niesen oder Sprechen werden die Erreger durch infektiöse Tröpfchen weitergegeben – und das zum Teil über mehrere Meter Entfernung. Selbst wenn wir nur ganz kurzen Kontakt zu einem Erkrankten haben, stecken wir uns mit fast 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit an [2].

Infizierte Kinder leiden zunächst unter Husten, Schnupfen, Fieber und einer geröteten Mundschleimhaut. Drei bis sieben Tage nach den ersten Symptomen zeigt sich dann erst der charakteristische Hautausschlag mit seinen bräunlich-rosa Flecken. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen kommt es zusätzlich zu schwereren Folgeerscheinungen, vor allem zu Durchfall, Mittelohr-, Lungen- oder Gehirnentzündungen. Diese Komplikationen treffen vor allem Kinder unter fünf und Erwachsene über 20 [3]. 

Masern-Symptome bei Kindern

Masern-Symptome bei Kindern Die Grafik zeigt ein Mädchen, das Masern Symptome aufweist. Zu den Symptomen zählen ein starkes Krankheitsgefühl, Fieber, Schnupfen, eine Bindehautentzündung, Husten, Ausschlag an der Mundschleimhaut und bräunlich-rosafarbene Hautflecken (beginnend hinter den Ohren), die zusammenlaufen.

Fakt ist:

  • Masern sind hochansteckend und die Ursache von vielen Todesfällen weltweit.
  • Kinder sind besonders gefährdet, unter schweren Komplikationen zu leiden.
  • Nur eine Impfung bietet effektiven Schutz gegen Masern.

Masern ist eine schwerwiegende Erkrankung

Weltweit sterben jeden Tag 367 Menschen an den Folgen einer Masernerkrankung [1]. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich deshalb eine Welt ohne Masern zum Ziel gesetzt. Eine breit angelegte Impfkampagne hatte bereits großen Erfolg: So konnte die Zahl der Maserntoten zwischen 2000 und 2015 bereits um fast 80 Prozent verringert werden [1]. Nord- und Südamerika, Skandinavien, viele Länder in Osteuropa und einige Staaten im Süden Afrikas sind frei von Masern. In Deutschland infizieren sich dagegen immer noch jedes Jahr mehrere hundert Menschen mit dem Virus.

Masern-Fälle in Deutschland

Masern-Fälle in Deutschland in den Jahren zweitausendfünf bis zweitausendsechzehn Die Grafik zeigt, dass zweitausendfünf waren es siebenhunderteinundachtzig Fälle, zweitausendsechs waren es zweitausenddreihundertacht Fälle, zweitausendsieben waren es fünfhundertsechsundsechzig Fälle, zweitausendacht waren es neunhundertfünfzehn Fälle, zweitausendneun waren es fünfhunderzweiundsiebzig Fälle, zweitausendzehn waren es siebenhundertachtzig Fälle, im Jahr zweitausendelf waren es eintausendsechshundertacht Fälle, im Jahr zweitausendzwölf waren es einhundertfünfundsechzig Fälle, im Jahr zweitausenddreizehn waren es eintausendsiebenhundertneunundsechzig Fälle, im Jahr zweitausendvierzehn waren es vierhundertzweiundvierzig Fälle, im Jahr zweitausendfünfzehn waren es zweitausendvierhundertvierundsechzig Fälle und im Jahr zweitausendsechszehn waren es dreihundertsechsundzwanzig Fälle. Wieso die Fallzahlen in Wellen auftreten, ist nicht ausreichend geklärt. Die Daten stammen von dem Robert Koch-Institut.

In Thüringen schwankt die Zahl der Masernkranken stark. So waren es im Jahr 2015 beispielsweise noch 170 Fälle; im Jahr 2016 nur 35 Fälle. Im Jahr 2017 fiel die Zahl weiter auf nur 7 Fälle [2]. Über die Hälfte der Masernpatienten waren Kinder oder Jugendliche. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt deshalb, dass Kleinkinder im Alter von elf bis 14 Monaten zum ersten Mal geimpft werden sollten. Die zweite Impfstoffdosis kann vier Wochen nach der ersten Impfung gegeben werden und sollte im Alter von 15 bis 23 Monaten verabreicht werden [3]. 

So wird gegen Masern geimpft:

In Thüringen haben bei Schuleintritt rund 93,5 Prozent der Kinder zwei Dosen erhalten [4]. Dass dieser Wert auch in Zukunft so hoch bleibt, ist extrem wichtig. Denn: Masernausbrüche lassen sich nur verhindern, wenn 95 % der gesamten Bevölkerung immun sind. Kinder unter einem Jahr oder Menschen mit Immunerkrankungen können nicht selbst geimpft werden. Sie sind darauf angewiesen, dass die Personen in ihrer Umgebung den Virus nicht weitertragen und sie vor einer Ansteckung schützen.

Wie wird geimpft? Für einen vollständigen Impfschutz Ihrer Kinder sind zwei Impfungen notwendig. Häufig wird gegen Masern in einer Kombination mit Mumps, Röteln und Windpocken geimpft.

  • Die erste Teilimpfung erfolgt zwischen dem vollendetem 11. und 14. Lebensmonat.
  • Die zweite, notwendige Teilimpfung, sollte frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung und spätestens am Ende des zweiten Lebensjahr gegeben werden.

Ihr Kind ist noch nicht geimpft? Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin ob und wann Sie es gegen Masern impfen lassen sollten.

Sechs Fakten zu Masern:

Fakt 1: Die Impfung ist sicher.

Entgegen eines kursierenden Gerüchts erhöht die Impfung nicht das Risiko, an Autismus oder Morbus Crohn zu erkranken. Zahlreiche großangelegte wissenschaftliche Studien konnten zeigen, dass es keinen Zusammenhang gibt [1,2,3]. Entstanden war das Gerücht durch einen Artikel von Andrew Wakefield, der 1998 erschienen war. Es stellte sich heraus, dass der britische Arzt die Studienergebnisse gefälscht hatte. Wakefield war von einem Anwalt beauftragt und bezahlt worden, der die Interessen von Eltern autistischer Kindern vertrat. 2010 wurde sein Artikel vollständig widerrufen, Andrew Wakefield erhielt ein Berufsverbot [4].

Fakt 2: Nebenwirkungen der Masern-Impfung sind möglich, aber normalerweise harmlos und gehen schnell vorüber.

Die Masern-Impfung ist die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung der Krankheit. Nahezu jeder kennt Begleiterscheinungen des Impfens wie Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle. Auch Symptome wie Abgeschlagenheit, Kopf- oder Gliederschmerzen können auftreten. Dies sind Anzeichen dafür, dass sich der Körper mit der Impfung auseinandersetzt und einen Schutz aufbaut. Jeder Impfstoff kann verschiedene Nebenwirkungen haben – abhängig ob es z.B. eine Grundimmunisierung oder eine Auffrischungsimpfung ist oder welcher Impfstoff von welchem Hersteller geimpft wird. Sollten Sie dazu Fragen haben, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die Nebenwirkungen klingen meist nach 1-3 Tagen wieder ab und sind weniger schlimm als die Symptome der Masern und deren möglichen Folgeschäden. Generell gilt, dass Impfungen sehr sicher sind und nur äußerst selten schwerwiegende Komplikationen auftreten.

Nebenwirkungen der Masern-Impfung

Abhängig vom Impfpräparat, Hersteller oder Grundimmunisierung oder Auffrischungsimpfung gibt es verschiedene Nebenwirkungen. Hier werden beispielhaft die sehr häufigen bis gelegentlichen Nebenwirkungen eines vierfach-Kombinationspräparat für Masern, Mumps, Röteln und Windpocken für Kinder ab einem Alter von 12 Monaten dargestellt.

Nebenwirkungen des Kombinationspräparat für Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Die Grafik zeigt, dass bei einhundert geimpften Personen bei mehr als zehn Personen Schmerzen und Rötungen an der Injektionsstelle und Fieber von achtunddreißig Grad oder höher auftreten können. Bei etwa bis zu zehn Personen von einhundert geimpften Personen treten Schwellungen an der Injektionsstelle, Fieber von höher als neununddreißig Komma fünf Grad, Reizbarkeit, Hautausschlag wie Flecken und oder Bläschen auf. Bei weniger als einer Person von einhundert geimpften treten Unwohlsein, Lethargie, Müdigkeit, ungewöhnliches Schreien, Unruhe, Schlaflosigkeit, Schwellung der Ohrspeicheldrüsen, Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Infektion der oberen Atemwege, Schnupfen sowie Schwellung der Lymphknoten auf.

Das Auftreten von Nebenwirkungen muss sehr genau überprüft und ausgewertet werden. Nach internationalem Standard wird die Häufigkeit von Nebenwirkungen in folgende Kategorien unterteilt:

sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10 (also >10%),
häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100 (also 1–10%),
gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000 (also 0,1–1%),
selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000 (also 0,01–0,1%),
sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000 (also <0,01%),
Häufigkeit nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Fakt 3: Die Impfung wirkt.

Seitdem in Deutschland gegen Masern geimpft wird, erkranken sehr viel weniger Menschen daran. Ausbrüche mit vielen Infizierten sind wesentlich seltener geworden. So sterben nur noch vereinzelt Betroffene an den Folgen einer Infektion. Der Grund: Eine Impfung schützt mit 91 bis 99-prozentiger Sicherheit vor einer Erkrankung [1]. Trotzdem hat Deutschland sein Ziel noch nicht erreicht. Nur 38 Prozent der Erwachsenen sind ausreichend vor einer Ansteckung geschützt [2]. Nötig wären 95 Prozent. So kann es immer noch zu Masern-Ausbrüchen kommen. Schützen Sie Ihr Kind vor einer Ansteckung – durch eine Impfung!

Masern-Impfquote nach Altersgruppen (2008–2011)

Masern-Impfquote nach Altersgruppen zweitausendacht bis zweitausendelf. Die Grafik zeigt, dass bei den achtzehn bis neunundzwanzigjährigen waren im Jahr zweitausenddreizehn neunundsiebzig Komma acht Prozent geimpft, bei den dreißig bis neununddreißigjährigen sechsundvierzig Komma sieben Prozent und bei den vierzig bis neunundvierzigjährigen waren fünfundzwanzig Komma eins Prozent geimpft. In der Altersgruppe der fünfzig bis neunundfünfzigjährigen waren im Jahr zweitausenddreizehn sechzehn Komma drei Prozent und in der Gruppe der sechzig bis vierundsechzigjährigen waren drei Komma acht Prozent geimpft. Die Daten stammen von dem Robert Koch-Institut.

Fakt 4: Masern können schlimme Folgen haben – vor allem für Kinder.

Rund ein Drittel aller Masernerkrankten leiden unter schwereren Komplikationen, etwa einer Lungenentzündung oder einer Enzephalitis, d. h. einer Entzündung des Gehirns [3]. Diese Folgen können lebensgefährlich werden – und sie treffen vor allem Kinder unter fünf und Erwachsene über 20. So stirbt in Deutschland einer von tausend Patienten an den Folgen der Virusinfektion [1]. Weltweit zählt die WHO 134.200 Maserntote pro Jahr [4]. Auch Jahre später kann die Ansteckung mit dem Virus noch dramatische Folgen für die Betroffenen haben. In seltenen Fällen entwickelt sich sieben bis zehn Jahre nach der Virusinfektion eine subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), eine tödliche Erkrankung des Zentralnervensystems. Dabei werden die Zellen des Gehirns schleichend und unaufhaltsam zerstört. Laut einer Studie des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ist die Gefahr für Säuglinge und Kleinkinder besonders groß ist. Allein zwischen 2003 und 2009 sind hierzulande 39 Kinder und Jugendliche vor ihrem 16. Geburtstag an der tödlichen Gehirnentzündung erkrankt [5]. Da es keine spezifische Therapie gegen Masern oder SSPE gibt, bietet nur eine Impfung einen wirksamen Schutz!

Fakt 5: Die Zusatzstoffe von Impfungen sind sicher.

Alle Inhaltsstoffe in den zugelassenen Impfungen sind vom Bundesinstitut für Impfstoffe (Paul-Ehrlich-Institut) geprüft.

So wird ein Impfstoff geprüft

So wird ein Impfstoff geprüft. Die Graphik zeigt die verschiedenen Stufen der Prüfung von Impfstoffen durch das Paul-Ehrlich-Institut. Bevor ein Impfstoff zugelassen wird, wird dieser zuerst an Tieren und zuletzt an bis zu 10000 Menschen getestet auf Wirksamkeit, Sicherheit und Effektivität. Selbst nach der Zulassung werden Impfstoffe im Einsatz überwacht.

Fakt 6: Manchmal sollte der Impftermin Ihres Kindes verschoben werden.

Die Impfung muss nur dann verschoben werden, wenn das Kind eine akute, behandlungsbedürftige Erkrankung hat. Sollte Ihr Kind Fieber oder Allergien haben, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Ihre Ärztin. Nicht-fiebrige Erkrankungen, wie beispielsweise ein Schnupfen, sind meist unproblematisch. Ihr Arzt oder Ärztin unterstützt Sie bei der richtigen Entscheidung.