Kurze Fakten zu Meningokokken C

Der Name klingt fast niedlich: Meningokokken. Doch er täuscht. Meningokokken sind weltweit vorkommende Bakterien, die schlimme Folgen haben können. In rund 70 Prozent der Krankheitsfälle tritt eine Hirnhautentzündung auf, mehr als ein Drittel der Betroffenen leidet an einer Blutvergiftung (Sepsis) und in acht Prozent der Fälle kommt es zu einer Mischform beider Erkrankungen [1]. Kinder unter fünf Jahren und Jugendliche zählen dabei zu den besonderen Risikogruppen.

Verursacht werden die Komplikationen durch Bakterien der Art Neisseria meningitidis. Unterschieden werden zwölf verschiedene Untergruppen, sogenannte Serogruppen. Am häufigsten erkranken Menschen durch die Serotypen A, B, C, W135 und Y, wobei die verschiedenen Erreger weltweit unterschiedlich stark vorkommen. So sind Meningokokken-Erkrankungen der Serogruppe A für ausgedehnte Epidemien in Afrika verantwortlich. In Europa, auch in Deutschland, kommen dagegen hauptsächlich Infektionen mit Bakterien der Serogruppe B und C vor [2]. 

Fakt ist:

  • Eine Infektion mit Meningokokken kann mit lebensbedrohlichen Komplikationen einhergehen.
  • Kleinkinder und Jugendliche sind besonders gefährdet, an Meningokokken zu erkranken.
  • In Europa, auch in Deutschland, kommen hauptsächlich Infektionen mit Bakterien der Serogruppe B und C vor. 

So wird gegen Meningokokken C geimpft:

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit dem Jahr 2006 allen Kindern im zweiten Lebensjahr eine einmalige Impfung gegen Meningokokken C. Ältere Kinder und Jugendlichen bis zum 18. Geburtstag, die noch keine Impfung gegen Meningokokken C erhalten haben, wird empfohlen diese möglichst bald nachzuholen.
Gleiches gilt für einzelne Risikogruppen. Bei bestimmten Grunderkrankungen oder Reisen in Länder mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko können auch Impfungen gegen weitere Meningokokken-Typen (Serogruppen) angebracht sein. Sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt.

Die Meningokokken werden durch Tröpfcheninfektion, das heißt vor allem durch Husten oder Niesen, übertragen. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch einer Erkrankung dauert es in der Regel drei bis vier Tage. Zunächst treten für kurze Zeit grippeähnlichen Symptome auf. Dann setzen plötzlich starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Nackensteifheit ein. Bei einem großen Teil der Erkrankten zeigen sich zusätzlich kleine, punktförmige Hautblutungen. Säuglingen und Kleinkindern haben allerdings oft weniger eindeutige Symptome. Wenn Ihr Kind Fieber hat, schrill schreit, sehr unruhig oder auch auffallend teilnahmslos ist, die Nahrung verweigert, eventuell erbricht oder Durchfall hat und empfindlich auf Berührungen reagiert, sollten Sie möglichst schnell eine Arztpraxis oder das nächstgelegene Krankenhaus aufsuchen.

In Deutschland gibt es Schätzungen zufolge über 700 Meningokokken-Erkrankungen pro Jahr aus [1]. Das höchste Risiko haben Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche. Sie erkranken am häufigsten an Meningokokken. Gefährdet sind außerdem Personen, die mit vielen verschiedenen Menschen in Kontakt kommen, die passivem Zigarettenrauch ausgesetzt sind oder die auf sehr engem Raum leben. 

Schwere-Meningokokken-Erkrankungen nach Altersgruppen in Deutschland

Schwere Meningokokken-Erkrankungen nach Altersgruppen in Deutschland zwischen zweitausendelf und zweitausendsiebzehn. Die Grafik zeigt, dass es in der Altersgruppe der unter neunzehnjährigen im Vergleich zu den höheren Altersgruppen die meisten Fälle von schweren Meningokokken-Erkrankungen gab: die Zahlen schwankten zwischen dem Minimum von fünfundachtzig Fällen im Jahr zweitausendsiebzehn und dem Maximum von zweihundertsechzehn Fällen im Jahr zweitausendelf.  In der Altersgruppe der zwanzig- bis neununddreißigjährigen schwankten die Zahlen zwischen dem Minimum von vierzig Fällen im Jahr zweitausendfünfzehn und dem Maximum von achtzig Fällen im Jahr zweitausenddreizehn. In der Altersgruppe der vierzig- bis neunundfünfzigjährigen schwankten die Erkrankungsfälle zwischen achtundzwanzig Fällen im Jahr zweitausendfünfzehn und zweiundfünfzig Fällen im Jahr zweitausendzwölf. In der Altersgruppe der sechzig bis neunundsiebzigjährigen gab es zwischen zweitausendelf und zweitausendsiebzehn jährlich zwischen dreißig und vierzig Fälle von Meningokokken-Erkankungen.  In der Altersgruppe der über achtzigjährigen schwankten die Meningokokken-Erkrankungen zwischen dem Minimum von zehn Fällen im Jahr zweitausendsiebzehn und dem Maximum von fünfundzwanzig Fällen im Jahr zweitausendsechzehn. Die Daten stammen aus dem Robert Koch-Institut.

Ihr Kind ist noch nicht geimpft? Sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt über geeignete Impftermine.

Fünf Fakten zu Meningokokken:

Fakt 1: Meningokokken-Erkrankungen können schlimme Folgen haben.

In rund 70 Prozent der Krankheitsfälle tritt eine Hirnhautentzündung auf, mehr als ein Drittel erkrankt an einer Blutvergiftung (Sepsis) und in acht Prozent der Fälle kommt es zu einer Mischform beider Erkrankungen [1]. Außerdem kann es durch die Sepsis zu einem septischen Schock kommen, an dem ein Drittel der Betroffenen verstirbt. Spätfolgen können schwere Organschäden und ein ausgeprägter Gewebezerfall an einzelnen Gliedmaßen sein, der im schlimmsten Fall eine Amputation eines Körperteils notwendig macht. Die Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis) verläuft insgesamt leichter und kann besser behandelt werden. Doch auch hier ist die Sterblichkeit mit ein bis drei Prozent der betroffenen Kinder hoch. Bei rund jedem zehnten treten in der Folge Entwicklungsstörungen auf. Auch Lähmungen, Hirnnervenlähmungen, Krampfanfälle und Schäden des Innenohres bis hin zur Taubheit sind möglich.

Da Meningokokken-Erkrankungen fast immer schwer verlaufen und häufig Komplikationen nach sich ziehen, müssen sie stationär im Krankenhaus behandelt werden. Hier wird das erkrankte Kind mit Antibiotika behandelt und gegebenenfalls intensiv-medizinisch betreut. Doch trotz der guten medizinischen Versorgung starben in Deutschland im Zeitraum 2013 bis 2016 immer noch rund acht Prozent aller Erkrankten [2].

Fakt 2: Die Impfung gegen Meningokokken B wird derzeit nicht routinemäßig empfohlen.

Seit Dezember 2013 gibt es auch einen Impfstoff gegen Meningokokken B (MenB). Diese Impfung wird momentan in Deutschland allerdings nicht standardmäßig empfohlen [1]. Um eine Impfempfehlung auszusprechen, benötigt die Ständige Impfkommission (STIKO) umfangreiche Daten zur Krankheit und zur entsprechenden Impfung. Da die vorliegenden Studienergebnisse noch nicht ausreichend sind, hat die STIKO entschieden, mit einer Impfempfehlung noch zu warten. Sobald robustere Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit der Impfung vorliegen, wird die STIKO die Lage neu bewerten [2]. Bisher empfiehlt die STIKO die Impfung gegen MenB lediglich Personen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko, also Menschen mit bestimmten Grundkrankheiten, wie beispielsweise Patienten mit angeborener oder erworbener Immunschwäche, oder Bezugspersonen von Erkrankten [3].

Fakt 3: Die Impfung gegen Meningokokken A, C, W135 und Y ist nur für Risikogruppen sinnvoll.

Die Impfung gegen die Gruppen A, C, W und Y wird Menschen empfohlen, bei denen ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung mit den Erregern vorliegt. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Menschen mit angeborener oder erworbener Immunschwäche (z.B. bei fehlender Milz),
  • gefährdetes Laborpersonal,
  • ungeimpfte Kontaktpersonen eines Erkrankten,
  • Reisende in Länder, in denen diese Infektionen regelmäßig auftreten, besonders bei engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung,
  • Schüler und Studenten vor längeren Aufenthalten in Ländern mit empfohlener Impfung.

Je nach Impfstoff kann eine Impfung gegen die Meningokokken-Typen A, C ,W135 und Y ab einem Alter von einem bzw. zwei Jahren erfolgen.

Fakt 4: Nebenwirkungen der Meningokokken-Impfung sind möglich, aber normalerweise harmlos und gehen schnell vorüber.

Die Meningokokken-Impfung ist die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung der Krankheit. Nahezu jeder kennt Begleiterscheinungen des Impfens wie Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle. Auch Symptome wie Abgeschlagenheit, Kopf- oder Gliederschmerzen können auftreten. Dies sind Anzeichen dafür, dass sich der Körper mit der Impfung auseinandersetzt und einen Schutz aufbaut. Jeder Impfstoff kann verschiedene Nebenwirkungen haben – abhängig ob es z.B. eine Grundimmunisierung oder eine Auffrischungsimpfung ist oder welcher Impfstoff von welchem Hersteller geimpft wird. Sollten Sie dazu Fragen haben, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die Nebenwirkungen klingen meist nach 1-3 Tagen wieder ab und sind weniger schlimm als die Symptome der Erkrankung und deren möglichen Folgeschäden. Generell gilt, dass Impfungen sehr sicher sind und nur äußerst selten schwerwiegende Komplikationen auftreten.

Nebenwirkungen der Meningokokken C-Impfung

Abhängig vom Impfpräparat, Hersteller oder Grundimmunisierung oder Auffrischungsimpfung gibt es verschiedene Nebenwirkungen. Hier werden beispielhaft die sehr häufigen bis gelegentlichen Nebenwirkungen eines Impfstoffes zur Verwendung ab einem Lebensalter von 2 Monaten dargestellt.

Nebenwirkungen der Meningokokken C-Impfung. Die Grafik zeigt, dass bei einhundert geimpften Personen bei mehr als zehn Personen Schwellungen und Schmerzempfindlichkeit oder Schmerzen an der Einstichstelle, Appetitverlust, Reizbarkeit, Schläfrigkeit oder Störung des Schlafverhaltens, Erbrechen, Durchfall, Fieber oder Kopfschmerzen auftreten. Bei etwa bis zu zehn Personen von einhundert geimpften treten Fieber besonders sehr häufig bei Vorschulkindern, Weinen, Schläfrigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen und Reizbarkeit auf.

Das Auftreten von Nebenwirkungen muss sehr genau überprüft und ausgewertet werden. Nach internationalem Standard wird die Häufigkeit von Nebenwirkungen in folgende Kategorien unterteilt:

sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10 (also >10%),
häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100 (also 1–10%),
gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000 (also 0,1–1%),
selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000 (also 0,01–0,1%),
sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000 (also <0,01%),
Häufigkeit nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Fakt 5: Manchmal muss eine Impfung verschoben werden.

Die Impfung muss nur dann verschoben werden, wenn Ihr Kind eine akute, behandlungsbedürftige Erkrankung hat. Sollte Ihr Kind Fieber oder Allergien haben, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Ihre Ärztin. Nicht-fiebrige Erkrankungen, wie beispielsweise ein Schnupfen, sind meist unproblematisch. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin unterstützt Sie bei der richtigen Entscheidung.