Kurze Fakten zu Tetanus

Egal in welchem Alter: Eine Tetanus-Impfung ist für jeden unverzichtbar. Denn die auslösenden Bakterien lauern praktisch überall. Etwa in Holzsplittern, der Gartenerde, in Straßenstaub oder den Exkrementen von Tieren. Gelangen sie in eine Wunde, setzen sie Giftstoffe im Körper frei. Diese schädigen die muskelsteuernden Nervenzellen und verursachen die typischen Muskelkrämpfe, die der Krankheit ihren Namen geben: Wundstarrkrampf. Eine Infektion verläuft selbst bei intensiv-medizinischer Betreuung in vielen Fällen tödlich.

Was macht Tetanus so besonders?

Der Erreger, Clostridium tetani, ist nicht nur sehr verbreitet, sondern hat auch eine Besonderheit: Er vermehrt sich in sauerstoffarmer Umgebung am besten. Wunden bieten ihm daher ideale Bedingungen. Damit er auch außerhalb des Körpers überleben kann, bildet er Sporen. Diese können auch bei ungünstigen Verhältnissen jahrelang überdauern. Hitze, Trockenheit, Sauerstoff und selbst viele Desinfektionsmittel können ihnen nichts anhaben.

Gemäß den Angaben der WHO erkrankten im vergangenen Jahr 2017 weltweit ca. 13.000 Menschen an Tetanus [1]. Dank umfassender Impfungen gibt es in Deutschland allerdings nur noch sehr wenige Todesfälle durch die Krankheit. Eine Impfung ist der einzig effektive Schutz vor Tetanus.

Quelle (öffnet in neuem Fenster): 
[1] Englischsprachige Fachinformation.

Tetanus-Erkrankungen und Tetanus-Impfquote weltweit (1980–2015)

Tetanus-Erkrankungen und Tetanus-Impfquote weltweit. Die Grafik zeigt zwei Statistiken: eine mit Tetanus-Erkrankungen und eine mit Tetanus-Impfquote in den Jahren neunzehnhundertachtzig bis zweitausendfünfzehn weltweit. Die erste Statistik zeigt, dass die Tetanus Erkrankungen nehmen ab dem Jahr neunzehnhundertachtzig mit zirka hundertfünfzehntausend Erkrankungen kontinuierlich bis zum Jahr neunzehnhundertfünfundneunzig mit zirka dreizehntausend Erkrankungen ab. Nach einem Anstieg im Jahr zweitausend auf zirka dreiundzwanzigtausend Erkrankungen nimmt die Anzahl der Tetanus Erkrankungen zum Jahr zweitausendfünfzehn auf zirka elftausend Erkrankungen ab. Die zweite Statistik zeigt die Tetanus-Impfquote in den Jahren neunzehnhundertachtzig bis zweitausendfünfzehn weltweit. Die Tetanus-Impfquote steigt kontinuierlich vom Jahr neunzehnhundertachtzig mit zirka sechsundzwanzig Prozent auf zirka dreiundachtzig Prozent im Jahr neunzehnhundertneunzig. Anschließend schwankt die Tetanus Impfquote zwischen dem Minimum von zirka fünfundsiebzig Prozent im Jahr zweitausend und dem Maximum von zirka neunzig Prozent im Jahr zweitausendfünfzehn.
  • Nur eine Impfung schützt zuverlässig vor den Erregern, die überall in unserer Umgebung lauern und äußerst widerstandsfähig sind.
  • Durch konsequente Durchimpfung der Bevölkerung ist es gelungen, die Zahl der Tetanus-Erkrankungen in Deutschland auf unter 15 Fälle jährlich zu reduzieren.
  • Tetanus ist nicht ansteckend. Daher ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch nicht möglich.

Sechs Fakten zu Tetanus:

Fakt 1: Erwachsene sind oft nicht ausreichend geschützt.

Selbst kleine Wunden reichen für eine Infektion mit Tetanus aus, daher sollte die Impfung bei Erwachsenen alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Leider nimmt der Impfschutz mit zunehmendem Alter ab, weil Auffrischungen häufig vergessen werden. Bei den Erwachsenen haben sich nur rund 70 Prozent in den letzten zehn Jahren gegen Tetanus impfen lassen [2]. Gerade bei Tetanus ist es aber wichtig, sich um die Auffrischung zu kümmern. Nicht nur, weil die Krankheit so gefährlich ist und man Erregern im Alltag kaum aus dem Weg gehen kann. Sondern auch, weil man im Gegensatz zu vielen anderen Krankheiten nicht davon profitiert, wenn viele andere geimpft sind – schließlich ist Tetanus nicht ansteckend. Nur die Impfung schützt jeden Einzelnen.

Quelle (öffnet in neuem Fenster): 
[2] Deutschsprachige Fachinformation.

Anteil der gegen Tetanus geschützten Personen nach Altersgruppen (2013)

Die Abbildung zeigt den Anteil der Personen, die in den letzten 10 Jahren gegen Tetanus geimpft wurden.

Anteil der gegen Tetanus geschützten Personen nach Altersgruppen zweitausenddreizehn. Die Grafik zeigt den Anteil der Personen, die in den letzten zehn Jahren gegen Tetanus geimpft wurden nach Altersgruppen sortiert. Bei den achtzehn bis neunundzwanzigjährigen wurde fünfundsiebzig Komma sechs Prozent geimpft, bei den dreißig bis neununddreißigjährigen achtundsechzig Komma sechs Prozent und bei den vierzig bis neunundvierzigjährigen wurden einundsiebzig Komma ein Prozent gegen Tetanus geimpft. In der Altersgruppe der fünfzig bis neunundfünfzigjährigen wurden siebzig Komma fünf Prozent geimpft, in der Gruppe der sechzig bis neunundsechzigjährigen wurden einundsiebzig Komma acht Prozent und in der Gruppe der siebzig bis neunundsiebzigjährigen wurden neunundsechzig Komma acht Prozent gegen Tetanus geimpft. Die Daten stammen von dem Robert Koch-Institut.

Fakt 2: Der Übertragungsweg ist tückisch.

Nur mit einer Impfung kann man sich vor Tetanus-Erregern schützen. Der Grund: Die Bakterien sind überall in unserer Umwelt verbreitet – selbst in der Erde, im Staub oder Holz. Über kleinste Verletzungen wie Kratzer, Stiche oder Schürfwunden können sie in den Körper gelangen. Bis es soweit ist, überdauern sie in unserer Umwelt und sind dabei erstaunlich widerstandsfähig. Sind die Bakterien erstmal in den Körper gelangt, vermehren sie sich und fangen an, Toxine zu bilden. Das sind Giftstoffe, die in die Nervenenden eindringen und schließlich zu Krämpfen und Lähmungen führen.

Fakt 3: Tetanus endet oft tödlich.

Gemäß den Angaben der WHO erkrankten im vergangenen Jahr 2017 weltweit ca. 13.000 Menschen an Tetanus [1]. Vor allem in feuchtwarmen Ländern mit schlechter medizinischer Versorgung und niedriger Impfquote stellt die Krankheit ein Problem dar. In europäischen Industriestaaten ist das Risiko dank guter Impfquoten und besserer Hygiene geringer. In Deutschland etwa traten 1970 noch rund 100 Erkrankungen pro Jahr auf, mittlerweile sind es weniger als 15 [2]. Zum Glück, denn eine Infektion kann heute nicht viel besser behandelt werden als früher. Selbst bei bester medizinischer Versorgung endet Wundstarrkrampf oft tödlich. Doch selbst bei bester Behandlung sterben 10 bis 20 Prozent der Betroffenen [2]. Wer überlebt, ist auch nach der Krankheit nicht immun gegen Tetanus. 

Quelle (öffnet in neuem Fenster): 
[1] Englischsprachige Fachinformation,
[2] Webseite des Robert Koch-Instituts.

Fakt 4: Die Wirksamkeit der Impfung ist belegt.

Ein kleiner Piecks in Oberschenkel, Oberarm oder Gesäß bietet den einzig wirksamen Schutz vor einer Infektion mit Tetanus. Die Wirkung ist gut belegt und wird daher von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen. Die Grundimmunisierung beginnt in der Regel schon nach Vollendung des zweiten Lebensmonats, die erste Auffrischung erfolgt dann zwischen dem fünften und dem sechsten Lebensjahr, die zweite zwischen dem 9. und dem 17. Lebensjahr. Sie lässt sich aber auch jederzeit nachholen – etwa bei ungeimpften Erwachsenen. Ansonsten reicht es bei grundimmunisierten Erwachsenen aus, die Impfung alle zehn Jahre zu wiederholen. 

Fakt 5: Eine Tetanus-Impfung ist der beste Schutz.

Tetanus gilt hierzulande als Standardimpfung. Durch die konsequente Immunisierung der Bevölkerung ist die Krankheit in Deutschland weitgehend eingedämmt – diese bedeutet, dass der Tetanus-Erreger immer noch vorhanden ist und belegt die Effektivität der Impfung. Trotz dieser Erfolge wird die Impfung von Gegnern oft kritisiert: Sie überzeichnen die Nebenwirkungen oder sind der Ansicht, dass Tetanus auch so in Deutschland kaum verbreitet wäre. Dies stimmt so nicht, wissenschaftliche Studien und die erhobenen Fall-Zahlen zeigen, dass die Krankheitsfälle in westlichen Industrieländern durch Impfungen massiv reduziert wurden [3]. Der Nutzen der Impfung überwiegt die meist harmlosen Nebenwirkungen bei Weitem. 

Quelle öffnet in neuem Fenster:
[3] Webseite des Robert Koch-Instituts.

Tetanus-Erkrankungen in Deutschland

Tetanus-Erkrankungen in Deutschland. Die Grafik zeigt Tetanus-Erkrankungen in den Jahren neunzehnhundertfünfundsechzig bis zweitausendfünfzehn in Deutschland. Die Tetanus Erkrankungen nehmen ab dem Jahr neunzehnhundertfünfundsechzig mit einhunderteinunddreißig Erkrankungen kontinuierlich bis zum Jahr neunzehnhundertfünfundneunzig achtzehn Erkrankungen ab. Anschließend steigen die Tetanus Erkrankungen in Deutschland auf neunundzwanzig Erkrankungen im Jahr zweitausend und sinken auf sechs Erkrankungen im Jahr zweitausendzehn. Im Jahr zweitausendfünfzehn erkrankten zehn Menschen an Tetanus in Deutschland.

Fakt 6: Nebenwirkungen der Tetanus-Impfung sind möglich, aber normalerweise harmlos und gehen schnell vorüber.

Die Tetanus-Impfung ist die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung der Krankheit. Nahezu jeder kennt Begleiterscheinungen des Impfens wie Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle. Auch Symptome wie Abgeschlagenheit, Kopf- oder Gliederschmerzen können auftreten. Dies sind Anzeichen dafür, dass sich der Körper mit der Impfung auseinandersetzt und einen Schutz aufbaut. Jeder Impfstoff kann verschiedene Nebenwirkungen haben – abhängig ob es z.B. eine Grundimmunisierung oder eine Auffrischungsimpfung ist oder welcher Impfstoff von welchem Hersteller geimpft wird. Sollten Sie dazu Fragen haben, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die Nebenwirkungen klingen meist nach 1-3 Tagen wieder ab und sind weniger schlimm als die Tetanus-Symptome und deren möglichen Folgeschäden. Generell gilt, dass Impfungen sehr sicher sind und nur äußerst selten schwerwiegende Komplikationen auftreten.

Nebenwirkungen der Tetanus-Impfung

Abhängig vom Impfpräparat, Hersteller oder Grundimmunisierung oder Auffrischungsimpfung gibt es verschiedene Nebenwirkungen. Hier werden beispielhaft die sehr häufigen bis gelegentlichen Nebenwirkungen eines vierfach-Kombinationspräparat für Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus und Kinderlähmung für Kinder ab dem vollendeten 3. Lebensjahr und Erwachsene dargestellt.

Nebenwirkungen des Kombinationspräparat für Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus und Kinderlähmung. Die Grafik zeigt, dass bei einhundert geimpften Kindern im Alter zwischen vier bis acht Jahre bei mehr als zehn Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Injektionsstelle sowie Schläfrigkeit vorkommen. Bei weniger als zehn Personen kann Fieber bis zu siebenunddreißig Komma fünf Grad Celsius oder höher, Blutung, Juckreiz und Verhärtung an der Injektionsstelle, Appetitlosigkeit, Reizbarkeit und Kopfschmerzen auftreten. Bei bis zu einem Kind von einhundert geimpften Kindern kommt es zu Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Lymphknotenschwellung an Hals, Achsel oder Leiste, Schlafstörungen, Teilnahmslosigkeit, trockener Rachen und Müdigkeit.  Bei Kindern über zehn Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen kann es bei einhundert geimpften Personen bei mehr als zehn Personen zu Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Injektionsstelle, Schläfrigkeit und Kopfschmerzen kommen. Bei einer bis zu zehn von einhundert geimpften Personen kann es zu Fieber von siebenunddreißig Komma fünf Grad Celsius oder höher, zu Bluterguss, Juckreiz und Verhärtung, Wärme und Taubheit an der Injektionsstelle, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen kommen. Bei weniger als einer Person kommt es zu Fieber höher als neununddreißig Grad Celsius, Schüttelfrost, Schwindel, Gelenk- und Muskelschmerzen, Juckreiz, Lippenherpes, Lymphknotenschwellung an Hals, Achsel oder Leiste, Appetitlosigkeit, Kribbeln oder Taubheitsgefühl an Händen und Füßen, Schläfrigkeit und Asthma kommen. Bei mehr als zehn Personen verringerter Appetit, Schläfrigkeit, Erbrechen, Schreien, Reizbarkeit, Rötung, Schmerz und Schwellung an der Injektionsstelle und Fieber auftreten können.  Bei etwa bis zu zehn Personen von geimpften Personen können Diarrhö, Induration, Bluterguss oder Knötchen an der Injektionsstelle auftreten.  Bei weniger als einer Person von einhundert geimpften Personen können verstärkter Appetit, Schlafstörung einschließlich Schlaflosigkeit, Unruhe, Schnupfen, Schwellung von Lymphknoten, erniedrigter Blutdruck, Husten, Blässe, Bauchschmerz, allgemeiner Ausschlag, übermäßige Schweißproduktion, Ausschlag und Erwärmung an der Injektionsstelle sowie Müdigkeit auftreten können.

Das Auftreten von Nebenwirkungen muss sehr genau überprüft und ausgewertet werden. Nach internationalem Standard wird die Häufigkeit von Nebenwirkungen in folgende Kategorien unterteilt:

sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10 (also >10%),
häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100 (also 1–10%),
gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000 (also 0,1–1%),
selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000 (also 0,01–0,1%),
sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000 (also <0,01%),
Häufigkeit nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.