Was ist eine Grippe?

Eine Grippe (Influenza) ist eine plötzlich auf­tre­tende Infektions­krankheit, die von Grippe-Viren verursacht wird. Die weltweit verbreiteten und in vielen Variationen vor­kommenden Grippe-Viren sind hoch­ansteckend, sodass zwischen Dezember und März viele Menschen an einer Grippe erkranken. Gegen Grippe muss jedes Jahr neu geimpft werden, da sich die Grippe-Viren ständig verändern und die Impfstoffe ent­sprechend angepasst werden. Das bedeutet, dass Sie trotz einer Impfung die Grippe bekommen können. Die Grippe-Impfung schützt Sie dann vor einem schweren Verlauf. Eine Grippe ist eine ernst­zunehmende Erkrankung, die jährlich zu tausenden Kranken­haus­einweisungen und zu Todesfällen führt.

Exzess-Hospitalisierungen* 2008–2017

Exzess-Hospitalisierungen zwischen zweitausendacht und zweitausendsiebzehn. Die Grafik zeigt, dass Zahl der Hospitalisierungen aufgrund einer Grippe über die Jahre starken Schwankungen unterlegen war.  Die Schwankungen bewegten sich zwischen einem Minimum von dreitausendeinhundert Fällen in den Jahren zweitausenddreizehn Schrägstrich zweitausendvierzehn und einem Maximum von zweiunddreißigtausend Fällen in den Jahren zweitausendzwölf Schrägstrich zweitausenddreizehn.

*Was bedeutet „Exzess-Hospitalisierungen“? Das Robert Koch-Institut (RKI) arbeitet mit einer großen Anzahl von Arztpraxen zusammen. Diese melden dem RKI, wenn ein Patient aus ihrer Praxis wegen einer Influenza (Grippe) in ein Krankenhaus eingewiesen wird. Auf Basis dieser Zahlen berechnet das RKI die wahrscheinliche Gesamtzahl der Einweisungen in ein Krankenhaus.

Kann ich mich vor einer Grippe schützen?

Ab 60 Jahren wird ein besonderer Schutz gegen Grippe wichtig, da mit zunehmendem Alter das Immun­system schwächer wird. Das führt dazu, dass ältere Menschen vermehrt an einer Grippe erkranken und eher unter den schweren Krankheits­verläufen leiden. Deshalb führt eine Grippe bei ihnen häufiger zu einem Kranken­haus­aufent­halt als bei jüngeren Erwachsenen und sie sterben eher an den Folgen. Ohne Impfung steigt das Risiko von schweren Krankheits­verläufen und Kranken­haus­aufent­halten durch Grippe. Eine Grippe-Impfung ist der beste Schutz. Sie tragen damit aktiv zu Ihrer Lebensqualität bei.

Einweisungen in ein Krankenhaus aufgrund einer Grippe nach Altersgruppen in der Saison 2016/17

Einweisungen in ein Krankenhaus aufgrund einer Grippe nach Altersgruppen in der Saison zweitausendsechzehn Schrägstrich zweitausendsiebzehn Die Grafik zeigt, dass in der Saison zweitausendsechzehn Schrägstrich zweitausendsiebzehn insgesamt dreißigtausend Menschen aufgrund einer Grippe in ein Krankenhaus eingeliefert wurden. Davon waren siebzehntausend Personen über sechzig Jahre alt und fünftausendneunhundert Personen zwischen fünfunddreißig und neunundfünfzig Jahre alt. Bei den fünfzehn und vierunddreißigjährigen waren es zweitausendfünfhundert Menschen, die aufgrund einer Grippe in ein Krankenhaus eingewiesen wurden. In der Altersgruppe der fünf bis vierzehnjährigen Jahre waren es tausenddreihundert Personen und in der Altersgruppe der unter vierjährigen dreitausendeinhundert Personen.

*Was bedeutet Exzess-Hospitalisierungen? Das Robert Koch-Institut (RKI) arbeitet mit einer großen Anzahl von Arztpraxen zusammen. Diese melden dem RKI, wenn ein Patient aus ihrer Praxis wegen einer Influenza (Grippe) in ein Krankenhaus eingewiesen wird. Auf Basis dieser Zahlen berechnet das RKI die wahrscheinliche Gesamtzahl der Einweisungen in ein Krankenhaus.

Wieso kann ich trotz der Impfung an einer Grippe erkranken?

Grippe-Viren sind Überlebenskünstler. Seit Millionen von Jahren verändern sie in hoher Geschwindigkeit ihr Aussehen, sodass sie vom Immunsystem des Menschen nicht mehr erkannt werden können. Deshalb müssen jährlich neue Grippe-Impfstoffe hergestellt und an diese Veränderungen angepasst werden. Diese Anpassung klappt nicht in jedem Jahr optimal. Aus diesem Grund sind Schwankungen der Effektivität einer Grippe-Impfung möglich: Es kann vorkommen, dass die Impfung in einem Jahr sehr gut wirkt und im nächsten weniger gut. Doch selbst wenn eine Grippe-Impfung Sie nicht 100%ig schützt, trägt sie dazu bei, dass Sie die Krankheit besser und schneller überstehen.
Übrigens: Häufig wird eine Erkältung (grippaler Infekt) mit einer Grippe verwechselt. Hierbei handelt sich aber um einen weit verbreiteten Irrtum. Zwar nennen wir eine Erkältung oft einen „grippalen Infekt“, sie hat aber mit der echten Grippe nichts zu tun. Erkältungen sind lästig, eine Grippe kann lebensbedrohlich sein – vor allem bei älteren Menschen.

Wie entsteht eine Grippe?

Grippe-Viren befallen die Schleim­hautzellen in den Atemwegen, zerstören diese und breiten sich auf weitere Zellen aus. Die darauf folgende Entzündungs­reaktion sorgt für die Grippe-Symptome. Grippe-Viren werden häufig durch Tröpfchen übertragen, etwa beim Niesen oder Husten. Auch über die Hände und – seltener – über Gegen­stände wie Türklinken oder Haltestangen im Bus können die Viren weiter­gegeben werden. Besonders groß ist die Ansteckungs­gefahr, wenn viele Menschen in geschlossenen Räumen zusammen­kommen. In den kalten Monaten von Dezember bis März kommt es daher in Deutschland zur „Grippewelle“, bei der sich viele Menschen mit der Grippe infizieren. Impfung Sie daher rechtzeitig, am besten zwischen September und Dezember.

Wie äußert sich eine Grippe?

Zwischen der Ansteckung und den ersten Symptomen vergehen etwa zwei Tage. Während eine Erkältung langsam beginnt, setzt die Grippe plötzlich und heftig ein – häufig mit Fieber über 38,5°C, trockenem Husten, Heiserkeit, Halsweh, Muskel- und Kopf­schmerzen, allgemeiner Schwäche und Erschöpfung. Weitere mögliche Anzeichen sind Schüttel­frost, Schweiß­ausbrüche, Appetit­losigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Welche Beschwerden auftreten und wie ausgeprägt sie sind, kann von Patient zu Patient unterschiedlich sein. Meist sind die Betroffenen nach etwa sechs Tagen wieder fieberfrei. Andere Symptome wie zum Beispiel Husten können aber auch deutlich länger andauern, vor allem bei älteren Menschen.
Die Gefahr, andere anzustecken, besteht von einem bis zwei Tage vor bis etwa sieben bis acht Tage nach Beginn der Symptome. Mit einer Impfung gegen Grippe unterbrechen Sie die Ketten­reaktion von Infektionen. Sie behüten so zum Beispiel Ihre Enkel vor der Grippe und ihren Folgen. Häufig stecken Großeltern ihre kleinen Enkel an, bei denen sich aus der Grippe dann eine Lungen­entzündung entwickeln kann.

Verlauf einer Grippe

Verlauf einer Grippe. Die Grafik zeigt die Intensität und den Zeitpunkt, ab wann Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, Halsschmerzen und Schnupfen während einer Grippe auftreten können. Die Inkubationszeit einer Grippe beträgt in der Regel einen Tag. Ab dem zweiten treten starke Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Halsschmerzen. Zu dem kann es zu trockenem Reizhusten sowie Schnupfen kommen. Im Gegensatz zu Halsschmerzen, welche nach zwei Tagen wieder abklingen, halten Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Schnupfen bis zu fünf Tagen an. Trockener Reizhusten kann sich in festsitzenden Husten entwickeln und bis 14 Tage anhalten. Nach sieben Tagen ist die Ansteckungsgefahr weitgehend vorüber.

Wie wird eine Grippe behandelt und was sollte beachtet werden?

Bei der Grippe handelt es sich um eine Virusinfektion. Antibiotika helfen nur gegen Bakterien. Deshalb können sie nicht zur Behandlung der Grippe eingesetzt werden. Zur Linderung der Beschwerden ist es wichtig, sich körperlich zu schonen und ausreichend zu schlafen. Wichtig ist auch genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und auf das Rauchen zu verzichten. Um Menschen in der direkten Umgebung vor einer Ansteckung zu schützen, sollte Folgendes beachtet werden:

  • Waschen Sie sich häufig und sehr gründlich die Hände.
  • Husten oder niesen Sie möglichst in ein Einmal-Taschentuch, das Sie direkt entsorgen, oder in die Ellenbeuge. 
  • Vermeiden Sie das Händeschütteln. 
  • Sorgen Sie dafür, dass das Krankenzimmer regelmäßig gelüftet wird.
  • Insbesondere nachts und beim Essen sollte der Erkrankte von anderen Familien­angehörigen getrennt sein. 

Der effektivste und beste Schutz gegen eine Grippe ist die kostenfreie Grippe-Impfung, die jährlich erfolgen sollte - am besten zwischen September und Dezember.

Sind Grippe, Pneumokokken und Sepsis verbunden?

Grippe und Pneumokokken Erkrankungen treten zu bestimmten Zeiten im Jahr gehäuft auf – und zwar zur selben Zeit. Wenn Sie zum Beispiel eine Grippe haben und Sie infizieren sich zusätzlich mit Pneumo­kokken, verstärken sich die Infektionen gegenseitig und schwächen so das Immunsystem. Die Gefahr einer Sepsis ist am höchsten, wenn beide Infektionen gleichzeitig auftreten. Eine Sepsis ist die schwerste Komplikation von Infektions­erkrankungen und ein absoluter Notfall. Eine Behandlung auf der Intensiv­station wird dann oft unumgänglich. Die gute Nachricht ist, dass Grippe- und Pneumokokken-Impfungen das Risiko für eine Sepsis zuverlässig senken können. 

Mögliche Verbindung von Grippe, Lungenentzündung und Sepsis

Mögliche Verbindung von Grippe, Lungenentzündung und Sepsis. Die Grafik zeigt das Risiko von Krankenhausaufenthalten, Krankheitstagen, schweren Komplikationen und Tod bei einem gesunden Menschen, einer Grippe, einer Lungenentzündung und einer Sepsis. Bei einem gesunden Menschen ist das Risiko für alle Bereiche sehr niedrig. Während einer Grippe ist das Risiko für Krankheitstage hoch und auch das Risiko für Krankenhausaufenthalte, schwere Komplikationen und Tod steigt. Kommt es zu einer Lungenentzündung stiegt das Risiko für Krankheitstage weiter an. Ebenso steigt das Risiko für einen Krankenhausaufenthalt und schwere Komplikationen auf ein höheres Maß. Auch das Risiko für den Tod als Folge einer Erkrankung steigt. Eine Sepsis birgt das höchste Risiko. Es steigt auf ein Maximum hinsichtlich eines Krankenhausaufenthaltes, Krankheitstagen und schweren Komplikationen. Zusätzlich steigt das Risiko an einer Sepsis zu sterben. Die Grippe-Impfquoten betrugen in der Grippe-Saison zweitausendfünfzehn zweitausendsechszehn nur fünfunddreißig Komma drei Prozent bei Personen im Alter von über sechzig Jahren. Jedoch mehr als vierzig Prozent der durch Grippe verursachten Krankenhausaufenthalte betreffen Menschen im diesem Alter. Dreizehn Prozent der von Lungenentzündungen verursachten Krankenhausaufenthalte enden tödlich und täglich sterben hundertneunundachtzig Menschen an einer Sepsis. Die Daten stammen vom Robert Koch-Institut, von dem Institut für Qualitätssicherung und Transparenz in Gesundheitswesen und von Forschungsdatenzentren der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder.

Was ist die Grippe-Impfung?

Eine Impfung „trainiert” das Immunsystem darin, einen Erreger wie die Grippe-Viren zu bekämpfen. Dem Körper wird durch die Impfung eine Infektion vorgetäuscht und er reagiert mit der Bildung von Antikörpern – er lernt sich gegen den Erreger zu wehren. Sollten Sie sich dann mit dem „echten” Erreger anstecken, „erkennt” Ihr Körper diesen Virus wieder. Er ruft die Immunantwort schneller ab und wehrt sich so effektiver.
Da sich die Grippe-Viren laufend verändern, wird die Zusammen­setzung der Impfstoffe jedes Jahr angepasst . Daher sollten sich alle Personen, für die eine saisonale Grippe-Impfung empfohlen wird, jedes Jahr erneut impfen lassen.
Die jährliche Grippe-Impfung schützt so gegen die wahr­schein­lichsten Grippe-Viren mit dem höchsten Verbreitungs­grad.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Impfstoffe mit aktueller, von der Welt­gesund­heits­organisation (WHO) festgelegter Zusammensetzung, die von verschiedenen Herstellern in Deutschland zur Verfügung gestellt werden. Unterschiede bestehen hinsichtlich der Anzahl der enthaltenen Virus-Varianten. Ihr behandelnder Hausarzt oder Ihre Hausärztin empfiehlt den für Sie besten Impfstoff.

Bekommen über 60-Jährige einen anderen Impfstoff als jüngere Erwachsene?

Bei Menschen über 60 Jahre ist die Grippe-Impfung manchmal weniger wirksam als bei jüngeren Erwachsenen. In den letzten Jahren wurden daher sogenannte adjuvantierte Grippe-Impfstoffe entwickelt, deren Wirkung verstärkt ist. Ob adjuvantierte Impfstoffe zuverlässiger vor einer Grippe-Erkrankung schützen, ist noch nicht abschließend geklärt. Studien zur Anti­körper­bildung legen diesen Schluss aber zumindest nahe.
Mit diesen wirk­verstärkten Impfstoffen kann es häufiger zu Reaktionen an der Einstichstelle (Schmerz, Rötung, Schwellung) kommen, die jedoch in der Regel nach ein bis drei Tagen wieder abklingen. Fragen Sie dazu Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.

Ist die Impfung sicher?

Wie alle Arzneimittel benötigt auch der Grippe-Impfstoff eine Zulassung nach strengen Regeln, bevor er in Deutschland verwendet werden darf.
Sicherheit und Effektivität der Impfstoffe müssen von den Herstellern nachgewiesen werden. Bevor Ihr Hausarzt einen Impfstoff das erste Mal einsetzt, wurde er bereits an bis zu 10.000 Freiwilligen getestet. Ohne diese umfangreichen Studien darf ein Impfstoff nicht verkauft oder verwendet werden. Dies gilt auch für den Grippe-Impfstoff. Die Prüfungen enden übrigens nicht mit der Zulassung: Auch danach wird die Sicherheit von Impfstoffen immer wieder kritisch unter die Lupe genommen.
Da Grippe-Impfstoffe seit vielen Jahren weltweit verwendet werden, hat sich ihre Sicherheit in mehreren hundert Millionen durchgeführter Impfungen bestätigt.

So wird ein Impfstoff geprüft

So wird ein Impfstoff geprüft. Die Graphik zeigt die verschiedenen Stufen der Prüfung von Impfstoffen durch das Paul-Ehrlich-Institut. Bevor ein Impfstoff zugelassen wird, wird dieser zuerst an Tieren und zuletzt an bis zu 10000 Menschen getestet auf Wirksamkeit, Sicherheit und Effektivität. Selbst nach der Zulassung werden Impfstoffe im Einsatz überwacht.

Was sind die Nebenwirkungen einer Grippe-Impfung?

Nebenwirkungen der saisonalen Grippe-Impfung sind möglich, aber normalerweise harmlos und gehen schnell vorüber. Nahezu jeder kennt Begleit­erscheinungen des Impfens wie Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle. Auch Symptome wie Abge­schlagen­­heit, Kopf- oder Glieder­schmerzen können auftreten.
Dies sind Anzeichen dafür, dass das Immunsystem auf die Impfung reagiert und gerade dabei ist, den Körper gegen eine mögliche Infektion zu wappnen. Diese Symptome sind keine Grippe-Symptome, sondern Impfreaktionen. Sie klingen meist nach ein bis drei Tagen wieder ab und sind bedeutend milder als die Symptome der Grippe und deren Folgeschäden. Im Gegensatz dazu werden unerwünschte Reaktionen auf eine Impfung, die meist auch gesundheitsschädlicher sind, als Impfnebenwirkungen bezeichnet. Diese treten jedoch nur äußerst selten auf.
Generell gilt, dass Impfungen sehr sicher sind und nur äußerst selten schwerwiegende Komplikationen auftreten.

Beispielhafte Nebenwirkungen

Abhängig vom Impfpräparat gibt es verschiedene Nebenwirkungen. Diese treten, wie zum Beispiel Grippe-ähnliche Erkrankungen und Unwohlsein, selten auf; das bedeutet, dass höchstens eine Person von 1.000 geimpften Personen diese Nebenwirkung hat. Andere, zum Beispiel die hier dargestellten Muskelschmerzen oder Verhärtungen an der Einstichstelle der Spritze, können häufiger vorkommen.

Beispielhafte Nebenwirkungen der Grippe-Impfung. Die Graphik zeigt, dass bei mehr als zehn Personen von einhundert geimpften Personen Muskelschmerzen auftreten. Außerdem kommt es bei einer bis zu zehn Personen zu Verhärtungen an der Injektionsstelle. Im Vergleich dazu, bei mehr als zehn von einhundert Personen, die ein gängiges Schmerzmittel einnehmen, treten Magen- und Darmbeschwerden auf.

Das Auftreten von Nebenwirkungen muss sehr genau überprüft und ausgewertet werden. Nach internationalem Standard wird die Häufigkeit von Nebenwirkungen in folgende Kategorien unterteilt:
sehr häufig: mehr als 1 Behandelter von 10 (also >10%),
häufig: 1 bis 10 Behandelte von 100 (also 1–10%),
gelegentlich: 1 bis 10 Behandelte von 1.000 (also 0,1–1%),
selten: 1 bis 10 Behandelte von 10.000 (also 0,01–0,1%),
sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000 (also <0,01%),
Häufigkeit nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Wie wirksam ist die Grippe-Impfung?

Die Schutzwirkung der Grippe-Impfung (Effektivität) schwankt in der Regel zwischen 33% und 67% bei geimpften Menschen und hängt von verschiedenen Faktoren ab [1]. Ein Faktor ist die Über­ein­stim­mung der im Impfstoff enthaltenen Virustypen mit den tatsächlich zirkulierenden Grippe-Viren. Ein weiterer Faktor ist zum Beispiel das Alter der geimpften Person. Bei einer guten Über­ein­stim­mung der zirkulierenden Grippe-Viren mit dem Impfstoff wurde bei jungen Erwachsenen eine Schutz­wirkung bis zu 80% beobachtet. Ältere Menschen haben oft eine einge­schränkte Immunantwort, sodass die Impfung bei ihnen weniger zuverlässig wirkt [2]. Dennoch können auch sie ihr persönliches Risiko für eine Grippe-Erkrankung durch die Impfung in etwa halbieren [3]. Kein Impfstoff bietet einen 100%ig zuverlässigen Schutz. Dennoch hilft die Grippe-Impfung selbst im Krankheitsfall, weil sie den Krankheits­verlauf einer Grippe mildert.

Die Wirksamkeit der Grippe-Impfung ist belegt

Die Wirksamkeit der Grippe-Impfung ist belegt. Die Grafik zeigt, dass wenn im Laufe einer Grippe-Saison zehn von hundert älteren ungeimpften Erwachsenen an einer Grippe erkranken, nur fünf von hundert geimpften Erwachsenen an einer Grippe erkranken.

Ist das Immunsystem durch andere Erkrankungen oder bestimmte Medikamente geschwächt, kann die Schutz­wirkung der Impfung vermindert sein. Letztlich profitieren Geimpfte aber selbst bei einer schwachen Schutz­wirkung der Grippe-Impfung: Beispiels­weise kann trotz eines nur mäßigen Schutzes gegen Grippe dennoch insgesamt ein guter Schutz gegen einen schweren Verlauf der Erkrankung bestehen. Das vermindert die Zahl der Kranken­haus­aufent­halte und Todesfälle durch die Krankheit deutlich.

Wer darf sich nicht impfen lassen?

Wer an einer fiebrigen Erkrankung (Körpertemperatur ≥38,5°C) oder einer Infektion leidet, sollte bis zur Genesung nicht geimpft werden. Die Impfung sollte dann so früh wie möglich erfolgen, nachdem die Erkrankung vorbei ist. Menschen, die eine Allergie gegen einzelne Bestandteile des Impfstoffs (wie beispiels­weise Konservierungs­stoffe) haben, sollten ihren Arzt vorab immer informieren.
Die für die Impfstoff­produktion benötigten Grippe-Viren werden in Hühnereiern gezüchtet. Die Impfstoffe können deshalb trotz verschiedener Reinigungs­schritte Spuren von Hühner­ei­weiß enthalten.
Die Menge ist so gering, dass die meisten Menschen mit einer Hühnereiweiß-Unverträg­lichkeit die Impfung problemlos vertragen [1]. Falls Sie eine nachgewiesene schwere Allergie gegen Hühner­eiweiß haben – wenn z. B. nach Hühnereiweiß-Kontakt schon einmal ein Allergie­schock aufgetreten ist – sollten Sie sich von Ihrem Arzt beraten lassen. Gegebenenfalls kann die Impfung dann unter besonderer Kontrolle stattfinden.

Quelle (öffnet in neuem Fenster):
[1] Englischsprachige Fachinformation.

Fazit:

Für jeden kann und sollte der richtige Schutz gegen die Grippe gefunden werden. Eine Impfung kann vor der Krankheit schützen, sie muss aber jährlich erfolgen. Das ist nötig, weil sich Grippe-Viren laufend verändern und die Impfstoffe entsprechend angepasst werden müssen. Eine Grippe kann vor allem bei älteren Menschen tödlich verlaufen. Das Auslassen der jährlichen Impfung steigert die Gefahr einer Grippe. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, um gemeinsam die richtige Entscheidung zu treffen.