...alle für einen!

Fast alle Impfungen schützen nicht nur die geimpfte Person, sondern auch die Menschen, die nicht geimpft sind. Denn durch Impfungen werden Krankheiten seltener übertragen. So bauen geimpfte Personen eine Art Schutzmauer auf, die Ungeimpfte mitschützt. Davon profitieren z. B. Säuglinge, die noch nicht geimpft werden können, oder Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem (wie Krebspatienten mit Chemotherapie).

Dieser Effekt wird als Gemeinschaftsschutz oder Herdenimmunität bezeichnet. Damit dieser Gemeinschaftsschutz erzielt werden kann, ist eine hohe Impfungsrate in der gesamten Bevölkerung nötig. Je mehr Personen geimpft sind, desto größer ist der Schutz nicht geimpfter Personen.

Warum ist dieser Gemeinschaftsschutz so wichtig?

Nur durch einen Gemeinschaftsschutz können lebensbedrohliche Infektionen zurückgedrängt oder sogar fast ausgerottet werden. Um eine Unterbrechung der Zirkulation des Erregers von Mensch zu Mensch zu erreichen, muss ein hoher Anteil der jeweiligen Bevölkerung eines Landes geimpft sein. Je nach Impfung variiert dieser Anteil zwischen 80% und 95% der Bevölkerung. Auf diese Weise wurde z. B. Finnland bereits im Jahr 1996 masernfrei [1]. Masern wurden dadurch zurückgedrängt, dass 95% der Bevölkerung sowohl die erste als auch die zweite Masern-Impfung haben. Weil Urlauber den Erreger aus dem Ausland nach Finnland mitbringen, kommen dort wieder Masernerkrankungen vor. Die Zirkulation des Erregers wird jedoch durch den Gemeinschaftsschutz gestoppt. So kommt es nur zu sehr wenigen Fällen [2].
Auch bei der Kinderlähmung (Poliomyelitis) ist es schon gelungen, die Erreger durch eine sehr hohe Impfungsrate weltweit einzudämmen.
Übrigens gibt es auch Impfungen, mit denen kein Gemeinschaftsschutz einhergeht – das gilt immer dann, wenn Infektionskrankheiten, gegen die geimpft wird, nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Dazu zählt z. B. die Impfung gegen Tetanus.

Quellen (öffnen in neuem Fenster):
[1] Englischsprachige Fachinformation,
[2] Deutschsprachige Fachinformation.

Welche gängigen Impfungen tragen zum Gemeinschaftsschutz bei?

Infektionserkrankungen, die durch eine Impfung eingedämmt werden können.

Thüringen steht im Ländervergleich gut da. Helfen Sie mit, dass das so bleibt!

Die Impfquoten sinken bei einigen Erkrankungen in Deutschland seit mehreren Jahren. Wenngleich in Thüringen die Impfquote im Bundesvergleich noch höher ist als in vielen anderen Bundesländern, ist sie trotzdem zu niedrig. Insbesondere bei der zweiten Impfung gegen Masern gibt es noch Verbesserungspotenzial. Hier erreicht Thüringen noch nicht die angestrebte Quote. Sollten Sie nach 1970 geboren sein, denken Sie bitte auch an die zweite Impfung!
Zudem lassen sich in Thüringen immer weniger Menschen gegen Grippe impfen. So lag der prozentuale Anteil der gegen Grippe geimpften Personen in Thüringen in der Saison 2015/16 bei nur 46,6% und war damit fast 10% niedriger als noch 2009/10 [1].

Quelle (öffnet in neuem Fenster):
[1] Epidemiologisches Bulletin 01/2017.

Fakt ist:

  • Impfungen dämmen Infektionserkrankungen ein.
  • Jede Impfung trainiert das Immunsystem und bei vielen Impfungen sogar effektiver, als überstandene Infekte dies tun.
  • Einige Impfungen bieten einen nahezu 100%igen Schutz – z. B. die Impfung gegen Kinderlähmung. Andere, wie die Impfungen gegen Grippe, reduzieren das Risiko einer Ansteckung deutlich und schützen vor schweren, zum Teil lebensbedrohlichen Verläufen.

Wirken Impfungen?

Seit mehr als 100 Jahren werden in Deutschland meldepflichtige Infektionskrankheiten erfasst. Waren es zu Beginn nur „Volksseuchen“, wie z. B. Lepra, Cholera oder Fleckfieber, kamen bald Krankheiten wie Tuberkulose, Hirnhautentzündung, Masern, Kinderlähmung und Diphtherie hinzu. All diese Krankheiten kosteten jedes Jahr Tausenden Menschen das Leben.
So erkrankte z. B. vor der Einführung der Impfung fast jedes Kind an Masern – mit teilweise erheblichen Folgeschäden wie Lähmungen und geistigen Behinderungen. Auch Krankheiten, deren Namen wir nur noch aus Erzählungen kennen, wurden durch Impfungen und bessere Lebensumstände zurückgedrängt. Allerdings können diese Krankheiten, wie z. B. Kinderlähmung (Poliomyelitis), wieder stärker aufkommen, wenn sich nicht genug Menschen dagegen impfen lassen.

Quelle (öffnet in neuem Fenster)
[1] Deutschsprachige Fachinformation.