Für Menschen über 60 sind Impfungen besonders wichtig

Sie können leichter an Infektionen erkranken, weil das Immunsystem mit zunehmendem Alter schwächer wird. Die wichtigsten Impfungen für Menschen in Ihrem Alter sind die Grippe- und die Pneumokokken-Impfung. Pneumokokken sind Krankheits­erreger, die z. B. Lungen­entzündungen verursachen können. Beide Impfungen reduzieren das Risiko einer Sepsis. Die Impfungen haben nur wenige Nebenwirkungen – und einen besonders großen Nutzen für Menschen über 60. Denn: Infektions­erkrankungen können im höheren Alter besonders schwerwiegend verlaufen. Wenn Sie sich nicht impfen lassen, gefährden Sie sich selbst, Ihre Familie und Ihre Freunde.

Fakt ist:

  • Der Verzicht auf Grippe- und Pneumokokken-Impfungen erhöht die Gefahr einer Sepsis.
  • Bei nur einem Arztbesuch können Sie sich gleichzeitig gegen Grippe und Pneumokokken impfen lassen.
  • Nicht-Impfen gefährdet Sie, Ihre Familie und Ihre Freunde.

Effektivität der Grippe- und Pneumokokken-Impfung

Die folgende Abbildungen zeigen die Ergebnisse einer Studie von Christenson und Kollegen (2004) mit ca. 250.000 Teilnehmern im Alter 65+. Die Studie belegt, dass die Grippe- und Pneumokokken-Impfungen das Risiko eines Aufenthalts im Krankenhaus reduzieren. Es kommt zu jährlichen Schwankungen. Eine weitere Studie zur Wirksamkeit der Pneumokokken-Impfung (englisch­sprachige Fach­information) können Sie hier lesen.

Effektivität der Grippe- und Pneumokokken-Impfung. Die Grafik zeigt das verminderte Risiko eines Krankenhausaufenthaltes bei geimpften Personen. Das Risiko des Krankenhausaufenthaltes wegen einer Grippe sank um sechsunddreißig Prozent, wenn beide Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken vorhanden waren. Ebenso sank das Risiko des Krankenhausaufenthaltes wegen einer Lungenentzündung um dreißig Prozent, wenn beide Impfungen vorlagen. Die Daten entstammen einer Studie von Christenson und Kollegen aus dem Jahr zweitausendvier mit zirka zweihundertfünfzigtausend Teilnehmern im Alter von über fünfundsechzig.

Wieso schützt Ihre Impfung auch Ihre Familie?

Wenn sich genügend Menschen impfen lassen, sind auch die Menschen geschützt, die nicht geimpft werden können. Zum Beispiel Babys oder Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem (wie Krebspatienten mit Chemotherapie). Sie sind darauf angewiesen, dass sich die Menschen in ihrem Umfeld impfen lassen und sie so vor der Ansteckung mit Krankheiten schützen. Dieses Phänomen wird als Gemeinschaftsschutz (auch Herdenimmunität) bezeichnet.

Gemeinschaftsschutz

Gemeinschaftsschutz. Die Grafik zeigt drei verschiedene Varianten der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten, in einer Gruppe von Menschen von denen einige geimpft und einige nicht. Variante eins: Niemand ist geimpft. Ansteckende Krankheiten verbreiten sich ungehindert, fast alle erkranken.  Variante zwei: Ein kleiner Teil der Bevölkerung ist geimpft. Ansteckende Krankheiten verbreiten sich teilweise, weniger Mitbürger erkranken. Variante drei: Ein Großteil der Bevölkerung ist geimpft. Die Verbreitung ansteckender Krankheiten wir verhindert, kaum jemand erkrankt.

Empfohlene Impfungen

Auf der Basis jahrelanger wissen­schaftlicher Forschung zum Thema Impfen hat ein unabhängiges Gremium aus Wissen­schaftlern und Ärzten (die Ständige Impfkommission STIKO) Empfehlungen erarbeitet, gegen welche Viren und Bakterien Sie sich impfen lassen sollten. Dabei werden der Nutzen und mögliche Neben­wirkungen abgewogen – sowohl für den Einzelnen als auch für alle Bürger. Die empfohlenen Impfungen sind für Sie kostenfrei.

Empfohlene Impfungen für Sie sind:

  • Grippe, jährliche Impfung
  • Pneumokokken, einmalige Impfung, evtl. Auffrischung nach 6 Jahren
  • Kombinationsimpfung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten, Auffrischung der Impfung oder neue Impfung
  • Poliomyelitis (Kinderlähmung), Nachholimpfung bei Bedarf
  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis – eine durch Viren verursachte Gehirn-, Gehirnhaut- oder Rückenmarksentzündung) für Personen, die in FSME-Risikogebieten mit Zecken in Kontakt kommen.

Wie, wann, was – die Übersicht zu Impfungen

Wie, wann, was – die Übersicht zu Impfungen. Die Grafik zeigt eine Übersicht zu Impfungen, die von der ständigen Impfkommission empfohlen werden. Die Grippeimpfung sollte jährlich vor jeder Grippe-Saison, ab dem frühen Herbst, mit einem jährlich neu angepassten Impfstoff geimpft werden. Die Impfung gegen Pneumokokken erfolgt einmalig und kann ganzjährig durchgeführt werden. Je nach Gesundheitszustand kann diese alle sechs Jahre aufgefrischt werden. Impfungen gegen Keuchhusten erfolgen einmalig und können ganzjährig durchgeführt werden. Senioren die mit Säuglingen Kontakt haben, sollten jedoch alle zehn Jahre eine Auffrischungsimpfung erhalten. Diphtherie und Tetanus Impfungen werden ganzjährig und alle zehn Jahre verabreicht. Eine Auffrisch-Impfung erfolgt anhand eines Kombinationsimpfstoffs. Eine Impfung gegen Kinderlähmung kann ganzjährig erfolgen und wird einmalig durchgeführt. Bei einem nicht ausreichenden Schutz, kann diese Impfung wiederholt werden. Alle drei Jahre in der Wintersaison sollte gegen FSME geimpft werden. Die FSME-Impfung wird für Bewohner von Risikogebieten empfohlen.

* Senioren, die Kontakt zu Säuglingen haben, sollen sich alle 10 Jahre impfen lassen.
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So geht Impfen

Sie können sich bei Ihrem Hausarzt, Frauenarzt oder Internisten impfen lassen. Auch einige Gesundheits­ämter oder Arbeitgeber bieten Impfungen an. Die Kosten der empfohlenen Impfungen werden für über 60-Jährige von den Kranken­kassen übernommen.

Hier finden Sie die wichtigsten Fakten zu empfohlenen Impfungen kurz zusammengefasst für Thüringer Bürger und Bürgerinnen über 60 Jahre.