Kurze Fakten zur Diphtherie

„Würgeengel der Kinder“ wurde Diphtherie früher im Volksmund genannt. Mit gutem Grund: Die Infektionskrankheit forderte jahrhundertelang unzählige Kinderleben. Verursacht wird sie von Bakterien, übertragen wird sie durch Tröpfcheninfektion oder direkten Körperkontakt. Typische Symptome sind Fieber, Halsschmerzen, Unwohlsein, weißlicher Belag im Rachenraum und Atemnot. In schweren Fällen kann es zu Erstickung, Kreislaufversagen, Entzündung des Herzmuskels, Herzversagen und Lähmungen kommen. Dabei sucht der „Würgeengel“ keineswegs nur Kinder heim – auch Erwachsene sind betroffen. Heute sind die Erkrankungszahlen zum Glück deutlich geringer, denn mittlerweile stehen uns gut verträgliche Impfstoffe zur Verfügung. Nutzen wir dieses Angebot jedoch nicht, dann kann es auch in Europa zu neuen Ausbrüchen kommen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Diphtherie deshalb allen Personen,

  • die nicht dagegen geimpft sind,
  • deren Grundimmunisierung nicht vollständig ist oder
  • deren letzte Auffrischimpfung mehr als 10 Jahre zurückliegt.


Die von der STIKO empfohlenen Impfungen werden übrigens von den Krankenkassen übernommen und sind für Sie kostenlos.
Noch nicht geimpft?
Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, ob und wann Sie sich gegen Diphtherie impfen lassen sollten.

Diphtherie-Impfquote in Deutschland (2013)

Diphtherie-Impfquote nach Altersgruppen in Deutschland im Jahr zweitausendacht bis zweitausendelf. Die Grafik zeigt, dass mit zunehmendem Alter die Impfquote abnimmt. Bei den achtzehn bis neunundzwanzigjährigen sind neunzig Komma neun Prozent geschützt. Bei den sechzig bis fünfundsechzigjährigen sind es noch sechsundsiebzig Komma zwei Prozent und bei den siebzig bis neunundsiebzigjährigen noch siebzig Komma sieben Prozent.

Fakt ist:

  • Nur dank der hohen Impfquote ist Diphtherie in Deutschland heute so selten.
  • Diphtherie ist ansteckend, daher trägt Ihre Impfung auch zum Schutz von anderen bei.
  • Eine überstandene Diphtherie-Erkrankung schützt nicht sicher vor einer erneuten Ansteckung.
  • Sie sollten sich also auch dann impfen lassen, wenn Sie bereits einmal an Diphtherie erkrankt waren.

Drei Fakten zu Diphtherie:

Fakt 1: Eine Impfung schützt.

Über Jahrhunderte forderte Diphtherie überall auf der Welt unzählige Todesopfer. Erst die Entwicklung des Diphtherie-Serums durch Emil von Behring konnte der Krankheit Einhalt gebieten. Heute gehört die Impfung zum Standard für Kleinkinder. Auch für Erwachsene wird eine Auffrischimpfung dringend empfohlen, da Diphtherie in anderen Ländern noch immer verbreitet ist und jederzeit wieder nach Deutschland eingeschleppt werden kann. Nur solange ein genügend großer Teil der Bevölkerung (95%) geimpft ist, werden Ausbrüche verhindert. Dabei ist es wichtig zu wissen: Auch wer bereits einmal Diphtherie durchgemacht hat, muss geimpft werden, denn die überstandene Krankheit bietet keinen dauerhaften Immunschutz. Nach drei Impfungen sind 94 bis 100 Prozent der Geimpften hingegen ausreichender geschützt. Der Impfschutz hält ca. zehn Jahren an und sollte dann wieder aufgefrischt werden.

Fakt 2: Diphtherie ist selten – dank der Impfung.

Während in den 50er Jahren noch über 4.000 Deutsche an Diphtherie starben, waren es in den 60ern nur noch 273 Menschen. Seit 1984 werden – dank hoher Impfquoten bei Kindern und Jugendlichen – nur noch Einzelfälle gemeldet [1]. Trotzdem ist die Gefahr nicht gebannt. Durch den internationalen Reiseverkehr und Migrationsbewegungen kann die Krankheit jederzeit wieder ausbrechen. Lassen Sie sich deshalb von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin beraten, ob bei Ihnen eine Grundimmunisierung oder Auffrischimpfung fällig ist, und schützen Sie damit sich und Ihre Nächsten vor der Infektion.

Quelle (öffnet in neuem Fenster): 
[1] Webseite des Robert Koch-Instituts.

Diphtherie-Erkrankungen in Deutschland

Diphtherie-Erkrankungen in Deutschland. Die Grafik zeigt die Anzahl der Fälle in Deutschland zwischen neunzehnhundertfünfundsechzig und zweitausendfünfzehn. Neunzehnhundertfünfundsechzig gab es in Deutschland noch vierhundertfünfzehn Fälle, neunzehnhundertsiebzig nur noch dreiundsechzig und neunzehnhundertachtzig nur noch neunzehn Fälle. Zweitausendfünfzehn gab es wieder vierzehn Fälle von Diphtherie in Deutschland.

Fakt 3: Bei Auslandsreisen ist eine Impfung besonders wichtig.

Auch wenn Diphtherie in den Industrienationen nur noch selten vorkommt, ist die Krankheit in einigen Regionen dieser Welt weiterhin ein Thema. Vor Reisen in Gegenden, in denen die Erkrankung stärker grassiert, wird die Impfung deshalb dringend empfohlen. Sie sollte den Impfschutz gegen Diphtherie frühzeitig vor ihrer Auslandsreise überprüfen lassen, denn nur ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland ist ausreichend geschützt [1]. Zählen Sie dazu? Lassen Sie sich von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin beraten und informieren Sie sich vor Ihrer Reise auf den Seiten des Auswärtigen Amtes über die Gesundheitsrisiken am Reiseziel.

Quelle (öffnet in neuem Fenster): 
[1] Webseite des Robert Koch-Instituts.