Kurze Fakten zur Grippe

Die Grippe (Influenza) ist eine akut auftretende Infektions­krankheit, die von Influenza-Viren verursacht wird. Diese Viren sind hoch­ansteckend, sodass in Deutschland zwischen Dezember und März sehr viele Menschen an einer Grippe erkranken. Eine Impfung kann vor der Krankheit schützen, sie muss aber jährlich erfolgen. Das ist nötig, weil sich Grippe-Viren laufend verändern und die Impfstoffe entsprechend angepasst werden müssen. Eine Grippe kann vor allem bei älteren Menschen tödlich verlaufen.
Das Auslassen der jährlichen Impfung steigert die Gefahr einer Grippe.

Grippe und Erkältung sind unterschiedlich.

Während Erkältungen sich langsam anschleichen, beginnt eine Grippe mit einem Paukenschlag - Sie fühlen sich plötzlich sehr krank, meist haben Sie hohes Fieber und Reizhusten. Typischerweise fühlen Sie sich bei einer Grippe schwerer krank als bei einer Erkältung. 

Fakt ist:

  • Das Auslassen der jährlichen Impfung steigert die Gefahr einer Grippe.
  • Eine Grippe ist für Sie viel riskanter als eine schwere Erkältung.
  •  Erkranken Sie trotz Grippe-Impfung an einer Grippe, trägt die Impfung dazu bei, dass die Krankheit milder verläuft und Sie schneller wieder gesund werden.

Fünf Fakten zur Grippe:

Fakt 1: Die Wirksamkeit der Grippe-Impfung ist belegt.

Die Grippe-Impfung ist die wirksamste Schutz­maß­nahme gegen die Grippe. Ihre Wirkung ist durch eine Vielzahl wissen­schaftlicher Arbeiten belegt [1].
Trotz aller wissen­schaftlichen Befunde gibt es das Gerücht, dass die
Wirksamkeit der Impfung nicht belegt wäre. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Da es viele verschiedene Grippe-Viren gibt und die Viren sich schnell verändern, kann die Grippe-Impfung keinen 100%igen Schutz bieten. Geimpfte haben aber ein deutlich geringeres Risiko, die Grippe zu bekommen. Sollten Sie trotz Impfung erkranken, fällt die Krankheit zudem milder aus [2].

Quellen (öffnen in neuem Fenster):
[1] Hintergrundpapier der STIKO,
[2] Englischsprachige Fachinformation.

Fakt 2: Die Zusatzstoffe in der Grippe-Impfung sind unbedenklich.

Alle Inhaltsstoffe in der zugelassenen Grippe-Impfung sind vom Bundesinstitut für Impfstoffe (Paul-Ehrlich-Institut) geprüft. Es ist ein Irrglaube, dass im Grippe-Impfstoff gesund­heits­gefähr­dende Zusatzstoffe enthalten wären. Es gilt: Die Inhaltsstoffe von Impfungen sind sicher.

So wird ein Impfstoff geprüft

So wird ein Impfstoff geprüft. Die Graphik zeigt die verschiedenen Stufen der Prüfung von Impfstoffen durch das Paul-Ehrlich-Institut. Bevor ein Impfstoff zugelassen wird, wird dieser zuerst an Tieren und zuletzt an bis zu 10000 Menschen getestet auf Wirksamkeit, Sicherheit und Effektivität. Selbst nach der Zulassung werden Impfstoffe im Einsatz überwacht.

Fakt 3: Eine Grippe-Impfung schützt vor der Grippe - und löst sie nicht aus.

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass die Grippe-Impfung die Grippe auslösen könnte. Tatsächlich ist eine Infektion auf diesem Wege ausgeschlossen, weil sich im Impfstoff keine vollständigen Erreger befinden [1]. Manche Menschen fühlen sich nach der Impfung abgeschlagen oder fiebrig. Das ist ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem auf die Impfung reagiert und gerade bei der Arbeit ist, um Sie gegen eine mögliche Infektion zu wappnen.Diese Impfreaktionen sind harmlose Beschwerden, die als natürliche Reaktion Ihres Immunsystems auf eine Impfung auftreten können und ohne langfristige gesundheitliche Folgen sind.

Fakt 4: Erkältungen sind lästig, eine Grippe kann lebensbedrohlich sein.

Es ist ein verbreiteter Irrtum, dass die Grippe lediglich eine schwere Form der Erkältung wäre. Dieser Eindruck entsteht, da sich die Symptome einer Erkältung und einer Grippe ähneln. Doch die Grippe wird von Viren verursacht und ist eine Erkrankung der Atemwege, bei der alle Symptome heftiger ausfallen als bei einer Erkältung. Zwar nennen wir eine Erkältung oft einen „grippalen Infekt“, sie hat aber mit der echten Grippe nichts zu tun. Erkältungen sind lästig, eine Grippe kann lebensbedrohlich sein – vor allem bei älteren Menschen.

Die Grippe ist wesentlich riskanter als eine schwere Erkältung. Die Grafik zeigt das Risiko von Krankenhausaufenthalten, Krankheitstagen, schweren Komplikationen und Tod bei einem gesunden Menschen, einer Erkältung und einer Grippe. Bei einem gesunden Menschen ist das Risiko für alle Bereiche sehr niedrig. Während einer Erkältung steigt das Risiko für Krankheitstage. Bei einer Grippe ist das Risiko für Krankheitstage hoch und auch das Risiko für Krankenhausaufenthalte, schwere Komplikationen und Tod steigt. Die Grippe-Impfquoten betrugen in der Grippe-Saison zweitausendfünfzehn zweitausendsechszehn nur fünfunddreißig Komma drei Prozent bei Personen im Alter von über sechzig. Erkältungen sind zwar weit verbreitet, heilen meist allerdings wieder folgenlos aus. Jedoch mehr als vierzig Prozent der durch Grippe verursachten Krankenhausaufenthalte betreffen Menschen im Alter von über sechzig. Die Daten entstammen dem Robert Koch-Institut.

Fakt 5: Grippe-Impfungen sind sehr sicher.

Wie alle anderen medizinischen Produkte können auch Impfungen Neben­wirkungen verursachen. Nahezu jeder kennt Begleiter­schei­nungen des Impfens wie Rötungen oder Schwellungen an der Einstich­stelle. Dies sind Anzeichen dafür, dass das Immunsystem auf die Impfung reagiert und gerade dabei ist, den Körper gegen eine mögliche Infektion zu wappnen. Diese Neben­wirkungen sind aber normaler­weise harmlos und gehen schnell vorüber. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Impfungen Allergien verursachen können. Dieser Irrtum kann entstehen, weil es heutzutage sowohl mehr Impfungen als auch mehr Allergien gibt. Auch wenn zwei Dinge gleichzeitig auftreten, heißt das nicht, dass sie etwas miteinander zu tun haben.

Die Erfahrung aus Deutschland bestätigt das: In der ehemaligen DDR gab es eine gesetzliche Impfpflicht und fast alle Kinder waren geimpft. Es gab kaum Allergien. Diese nahmen in den Neuen Bundesländern erst nach der Wende zu, während zeitgleich die Impfquoten sanken [1]. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zudem keinen Zusammenhang im Auftreten von Allergien und der Grippe-Impfung im Speziellen [2]. Generell gilt: Grippe-Impfungen sind sehr sicher.

So geht Impfen gegen die Grippe

  • Ab Anfang Oktober sollten Sie sich gegen Grippe impfen lassen. Es dauert etwa zwei Wochen, bis der Impfschutz aufgebaut ist. So sind Sie bereits vor dem Start der Grippe-Saison, meist von Anfang Dezember bis Ende März, gewappnet.
  • Personen ab 60 Jahren sollten bei der Grippe-Impfung auch den Impfschutz gegen Pneumokokken überprüfen lassen: Pneumokokken sind die häufigsten Erreger von bakteriell verursachten Lungen­­entzündungen. Treten beide Erreger gleichzeitig auf, steigt das Risiko für eine Blutvergiftung (Sepsis). Sie können sich an einem Termin gegen beide Krankheiten impfen lassen.
  • Empfohlene Impfungen wie die Grippe-Impfung sind für Sie kostenfrei.