Kurze Fakten zur Lungenentzündung

Schutz für Sie und Ihre Familie bietet neben der Grippe-Impfung auch die Pneumokokken-Impfung. Pneumokokken sind Bakterien, die Krankheiten wie Nasen­nebenhöhlen- und Mittelohr­entzündung verursachen. Sie sind zudem der häufigste Auslöser von Lungen­entzündungen, die eine lebens­bedrohliche Blutvergiftung (Sepsis) zur Folge haben können [1].

Die Bakterien sind besonders tückisch: Haben Sie zum Beispiel eine Grippe und infizieren sich zusätzlich mit Pneumokokken, verstärken sich die Infektionen gegenseitig und schwächen das Immunsystem. Solche Pneumokokken-Erkrankungen verlaufen als zeitgleiche Infektionen mit Grippe besonders schwer – und erhöhen das Risiko für eine Sepsis.

Effektivität der Grippe- und Pneumokokken-Impfung

Die folgende Abbildung zeigt die Ergebnisse einer Studie von Christenson und Kollegen (2004) mit ca. 250.000 Teilnehmern im Alter 65+. In der Studie wurden die prozentualen Anteile der Sterbefälle mit und ohne Impfungen von den Wissenschaftlern berechnet. Es kommt zu jährlichen Schwankungen. Eine weitere Studie zur Wirksamkeit der Pneumokokken-Impfung (englischsprachige Fachinformation) können Sie hier lesen.

Effektivität der Grippe- und Pneumokokken-Impfung. Die Grafik zeigt, dass die Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken die Sterblichkeit bei über fünfundsechzig jährigen um vierzig Prozent reduzieren. Die Daten entstammen einer Studie von Christenson und Kollegen aus dem Jahr zweitausendvier mit zirka zweihundertfünfzigtausend Teilnehmern im Alter von über fünfundsechzig.

Eine Studie aus Stockholm mit mehr als 250.000 Teilnehmern über 65 Jahre hat gezeigt, dass eine gemeinsame Impfung gegen Pneumokokken und Grippe die Sterblichkeit in der Grippe-Saison bei Älteren um mehr als ein Drittel reduziert. Dieser Schutz bedeutet keinen Mehraufwand, denn beide Impfstoffe können gleichzeitig verabreicht werden. Im Gegensatz zur Grippe-Impfung, die jährlich wiederholt werden muss, ist eine Pneumokokken-Impfung nur einmal erforderlich und sollte im Abstand von ungefähr sechs Jahren aufgefrischt werden.

Quelle (öffnet in neuem Fenster):
[1] Deutschsprachige Fachinformation.

Fakt ist:

  • Das Risiko eines Kranken­haus­aufent­haltes steigt durch unvollständigen Impfschutz.
  • Eine Pneumokokken-Impfung kann vor schwerwiegenden Infektionsverläufen und damit vor Sepsis schützen.
  • Nach einem Kranken­haus­aufent­halt ist die Lebensqualität für Menschen über 60 oft dauerhaft geringer als zuvor. Sie können das Risiko für einen Kranken­haus­aufent­halt durch eine Impfung gegen Pneumokokken und Grippe verringern.
  • Weniger Infektionen bedeuten weniger Antibiotika: Damit tragen Sie dazu bei, die Entwicklung resistenter Bakterien zu bremsen.
  • Beide Impfungen sind für Menschen über 60 Jahre kostenfrei (Empfehlung der Ständigen Impf­kommission STIKO).

Fünf Fakten zu Pneumokokken:

Fakt 1: Menschen ab 60 sind eine Risikogruppe.

Obwohl sich jeder mit Pneumokokken anstecken kann, infizieren sich Menschen über 60 Jahre besonders häufig.

Altersverteilung der gemeldeten schweren Pneumokokken-Erkrankungen

Altersverteilung der gemeldeten schweren Pneumokokken-Erkrankungen Die Grafik zeigt, dass insbesondere Menschen ab sechzig Jahren von schweren Pneumokokken-Erkrankungen betroffen waren.   So zeigt sich in der Altersgruppe der über sechzigjährigen ein ansteigender Trend der Pneumokokken-Erkrankungen über die Jahre, ausgehend von einem Minimum von achthundertneunundsechzig Fällen im Jahr zweitausendzwölf auf ein Maximum von tausenddreihundertfünfundneunzig Fällen im Jahr zweitausendsiebzehn.  In den anderen Altersgruppen der unter sechzigjährigen zeigt sich dieser ansteigende Trend nicht, gleichzeitig bewegten sich die Erkrankungszahlen generell auf einem wesentlich niedrigeren Niveau. So schwankten die Zahlen in der Altersgruppe der unter fünfzehnjährigen zwischen einem Minimum von dreiundsiebzig Fällen im Jahr zweitausendvierzehn und einem Maximum von fünfundneunzig Fällen im Jahr zweitausendsiebzehn. In der Altersgruppe der sechzehn- bis neunundfünfzigjährigen schwankten die Zahlen zwischen einem Minimum von dreihundertfünfzig Fällen im Jahr zweitausendzwölf und einem Maximum von vierhunderteinundfünfzig Fällen im Jahr zweitausendsiebzehn. Die Daten stammen von dem Robert Koch-Institut.

Pneumokokken-Bakterien werden durch Tröpfchen übertragen, die sich beim Husten, Niesen oder Sprechen in der Luft verteilen. Mit der eingeatmeten Luft können die Pneumokokken in die Lunge gelangen, wo sie eine Lungen­entzündung verursachen können. Bei manchen Menschen besiedeln die Bakterien nur Rachen und Nase, ohne dass es zu einer Erkrankung kommt. Allerdings können auch diese Menschen die Bakterien weitergeben. Warum Pneumokokken bei manchen Menschen Krankheiten auslösen und bei anderen nicht, ist noch nicht eindeutig geklärt. Sicher ist, dass Menschen über 60 Jahre besonders häufig an einer durch Pneumokokken verursachten Lungen­entzündung erkranken, da ihr Immunsystem im Alter nachlässt. Der wirksamste Schutz dagegen ist eine Pneumokokken-Impfung.

Fakt 2: Pneumokokken und Grippe können zu einer Superinfektion führen.

Eine Grippe ebnet den Weg für Pneumokokken. Zu diesem Ergebnis kam 2001 eine medizinische Studie mit über 250.000 Teilnehmern. Die Forscher konnten nachweisen, dass das Immunsystem schlechter gegen eine Pneumokokken-Infektion ankommt, wenn der Patient zugleich eine Grippe hat [1]. Eine solche Kombination aus Infektionen bezeichnet man als Superinfektion. Diese Super­infektionen dauern länger und verlaufen schwerer als einfache Infektionen. Eine Impfung gegen Pneumokokken-Bakterien und Grippe-Viren kann Sie zuverlässig schützen, zumal beide Impfstoffe gleichzeitig verabreicht werden können.

Quelle (öffnet in neuem Fenster):
[1] Englischsprachige Fachinformation.

Die mögliche Verbindung zwischen Pneumokokken und Grippe

Mögliche Verbindung zwischen Pneumokokken und Grippe. Die Grafik zeigt das Risiko von Krankenhausaufenthalten, Krankheitstagen, schweren Komplikationen und Tod bei einem gesunden Menschen, einer Grippe und einer Lungenentzündung. Bei einem gesunden Menschen ist das Risiko für alle Bereiche sehr niedrig. Während einer Grippe ist das Risiko für Krankheitstage hoch und auch das Risiko für Krankenhausaufenthalte, schwere Komplikationen und Tod steigt. Kommt es zu einer Lungenentzündung, steigt das Risiko für Krankheitstage weiter an. Ebenso steigt das Risiko für einen Krankenhausaufenthalt und schwere Komplikationen auf ein höheres Maß. Auch das Risiko für den Tod als Folge einer Erkrankung steigt. Die Grippe-Impfquoten betrugen in der Grippe-Saison zweitausendfünfzehn zweitausendsechszehn nur fünfunddreißig Komma drei Prozent bei Personen im Alter von über sechzig Jahren. Jedoch mehr als vierzig Prozent der durch Grippe verursachten Krankenhausaufenthalte betreffen Menschen im diesem Alter. Dreizehn Prozent der von Lungenentzündungen verursachten Krankenhausaufenthalte enden tödlich. Die Daten stammen vom Robert Koch-Institut.

Fakt 3: Pneumokokken sind die häufigste Ursache für eine Sepsis, die sich außerhalb des Kranken­­hauses entwickelt.

Die meisten Sepsis-Fälle entwickeln sich aus einer Lungen­­entzündung [1]. Die Pneumokokken-Impfung schützt Sie vor dieser gefährlichen Komplikation. Eine Sepsis ist letztlich eine Überreaktion unseres Immunsystems: Wie gegen viele Infektionen wehrt sich der Körper zunächst mit Fieber und anderen Reaktionen gegen die Erkrankung. Doch wenn diese eigentlich sinnvollen Abwehr­­mechanismen nicht mehr nur die Erreger abtöten, sondern auch die eigenen Organe angreifen, sprechen Mediziner von einer Sepsis. Die gefährlichen Krankheits­­keime breiten sich dann über den Blut­kreis­lauf aus und können zum Versagen lebens­­not­­wen­diger Organe führen. Wenn die Ent­­zün­dungs­­reaktion so ausgeprägt ist, dass der Blutdruck des Patienten nur noch mit starken Kreis­lauf­­medi­kamenten aufrechterhalten werden kann, wird dies als septischer Schock bezeichnet. Eine schwere Sepsis und ein septischer Schock sind ein Notfall und müssen meist auf der Intensivstation versorgt werden. Das Risiko einer Sepsis kann durch eine Impfung gegen Pneumokokken und Grippe deutlich verringert werden.

Quelle (öffnet in neuem Fenster):
[1] Englischsprachige Fachinformation.

Fakt 4: Die Wirksamkeit der Pneumokokken-Impfung ist belegt.

Eine Impfung gegen Grippe und Pneumokokken schützt nicht nur Sie, sondern auch Ihre Mitmenschen. Würden sich mehr Menschen über 60 Jahre impfen lassen, könnten Krankheiten wie die Lungen­entzündung in dieser Altersgruppe möglicherweise wirksam eingedämmt werden. Wie gut das funktioniert, zeigt der Vergleich mit Kindern. Bei Kindern steigt die Impfquote bei der Pneumokokken-Impfung. Seit der Einführung der Impfung und der relativ hohen Impfquote beobachtet das Robert Koch-Institut einen Rückgang der Krankheitsfälle.
Die Impfquote bei Menschen über 60 Jahre ist niedriger. Insgesamt erkranken sie fünf- bis zehnmal so häufig wie Kinder – obwohl dies durch eine Impfung vermeidbar ist [1].

Quelle (öffnet in neuem Fenster):
[1] Pneumoweb Sentinel des Robert Koch-Instituts.

Fakt 5: Eine Pneumokokken-Impfung schützt vor Lungenentzündungen.

Sie hatten schon einmal eine durch Pneumokokken verursachte Lungen­entzündung? Dann sind Sie zwar gegen einen Stamm des Bakteriums immun, aber keineswegs vor weiteren Infektionen gefeit. Denn es gibt viele verschiedene Stämme. Eine Impfung schützt sie vor 23 Stämmen und gefährdet Ihre Gesundheit nicht – jede weitere Lungen­entzündung schon.