Kurze Fakten zu Tetanus

Eine Tetanus-Impfung ist für jeden unverzichtbar, denn die auslösenden Bakterien lauern praktisch überall: In Holzsplittern und Gartenerde, Straßenstaub und Exkrementen von Tieren zum Beispiel. Gelangen sie in eine Wunde, setzen sie Giftstoffe im Körper frei. Diese schädigen die muskelsteuernden Nervenzellen und verursachen die typischen Muskelkrämpfe, die der Krankheit ihren Namen geben: Wundstarrkrampf. Eine Infektion verläuft selbst bei intensiv-medizinischer Betreuung in vielen Fällen tödlich [1].
Was macht Tetanus so besonders?
Der Erreger, Clostridium tetani, ist nicht nur sehr verbreitet, sondern hat auch eine Besonderheit: Er vermehrt sich in sauerstoffarmer Umgebung am besten. Wunden bieten ihm daher ideale Bedingungen. Damit er auch außerhalb des Körpers überlebt, bildet er Sporen. Diese können auch bei ungünstigen Verhältnissen jahrelang überleben. Hitze, Trockenheit, Sauerstoff und selbst viele Desinfektionsmittel können den Sporen nichts anhaben.

Gemäß den Angaben der WHO erkrankten im vergangenen Jahr 2017 weltweit ca. 13.000 Menschen an Tetanus [2]. Dank umfassender Impfungen gibt es in Deutschland allerdings nur noch sehr wenige Todesfälle durch die Krankheit. Eine Impfung ist der einzig effektive Schutz vor Tetanus.

Quelle (öffnet in neuem Fenster): 
[1] Webseite des Robert Koch-Instituts,
[2] Englischsprachige Fachinformation.

Tetanus-Erkrankungen und Tetanus-Impfquote weltweit

Tetanus-Erkrankungen und Tetanus-Impfquote weltweit. Die Grafik zeigt zwei Statistiken: eine mit Tetanus-Erkrankungen und eine mit Tetanus-Impfquote in den Jahren neunzehnhundertachtzig bis zweitausendfünfzehn weltweit. Die erste Statistik zeigt, dass die Tetanus Erkrankungen nehmen ab dem Jahr neunzehnhundertachtzig mit zirka hundertfünfzehntausend Erkrankungen kontinuierlich bis zum Jahr neunzehnhundertfünfundneunzig mit zirka dreizehntausend Erkrankungen ab. Nach einem Anstieg im Jahr zweitausend auf zirka dreiundzwanzigtausend Erkrankungen nimmt die Anzahl der Tetanus Erkrankungen zum Jahr zweitausendfünfzehn auf zirka elftausend Erkrankungen ab. Die zweite Statistik zeigt die Tetanus-Impfquote in den Jahren neunzehnhundertachtzig bis zweitausendfünfzehn weltweit. Die Tetanus-Impfquote steigt kontinuierlich vom Jahr neunzehnhundertachtzig mit zirka sechsundzwanzig Prozent auf zirka dreiundachtzig Prozent im Jahr neunzehnhundertneunzig. Anschließend schwankt die Tetanus Impfquote zwischen dem Minimum von zirka fünfundsiebzig Prozent im Jahr zweitausend und dem Maximum von zirka neunzig Prozent im Jahr zweitausendfünfzehn.

Fakt ist:

  • Nur eine Impfung schützt zuverlässig vor den Erregern, die überall in unserer Umgebung lauern und äußerst widerstandsfähig sind.
  • Durch konsequente Durchimpfungen der Bevölkerung ist es gelungen, die Zahl der Tetanus-Erkrankungen in Deutschland auf unter 15 Fälle jährlich zu reduzieren.
  • Wenn es zu einer Erkrankung kommt, sind allerdings vorwiegend ältere Menschen betroffen.
  • Tetanus ist nicht ansteckend. Daher ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Fünf Fakten zu Tetanus:

Fakt 1: Menschen über 60 Jahren sind oft nicht ausreichend geschützt.

Selbst kleine Wunden reichen für eine Infektion mit Tetanus aus, daher sollte die Impfung bei Erwachsenen alle zehn Jahre aufgefrischt werden. In Deutschland wurden fast alle Erwachsenen bereits einmal in Ihrem Leben gegen Tetanus geimpft – jedoch wird häufiger die Auffrischung der Impfung übersehen. So sind nur ca. 70 Prozent aller 18 bis 79-Jährigen ausreichend geschützt gegen Tetanus [1]. Gerade bei Tetanus ist es aber wichtig, sich um die Auffrischung zu kümmern. Nicht nur, weil die Krankheit so gefährlich ist. Sondern auch, weil man im Gegensatz zu vielen anderen Krankheiten nicht davon profitiert, wenn viele andere geimpft sind – schließlich ist Tetanus nicht ansteckend. Deshalb bietet nur die Impfung dem Einzelnen Schutz.

Quelle (öffnet in neuem Fenster): 
[1] Deutschsprachige Fachinformation.

Anteil der gegen Tetanus geschützten Personen nach Altersgruppen (2013)

Die Abbildung zeigt den Anteil der Personen, die in den letzten 10 Jahren gegen Tetanus geimpft wurden.

Anteil der gegen Tetanus geschützten Personen nach Altersgruppen zweitausenddreizehn. Die Grafik zeigt den Anteil der Personen, die in den letzten zehn Jahren gegen Tetanus geimpft wurden nach Altersgruppen sortiert. Bei den achtzehn bis neunundzwanzigjährigen wurde fünfundsiebzig Komma sechs Prozent geimpft, bei den dreißig bis neununddreißigjährigen achtundsechzig Komma sechs Prozent und bei den vierzig bis neunundvierzigjährigen wurden einundsiebzig Komma ein Prozent gegen Tetanus geimpft. In der Altersgruppe der fünfzig bis neunundfünfzigjährigen wurden siebzig Komma fünf Prozent geimpft, in der Gruppe der sechzig bis neunundsechzigjährigen wurden einundsiebzig Komma acht Prozent und in der Gruppe der siebzig bis neunundsiebzigjährigen wurden neunundsechzig Komma acht Prozent gegen Tetanus geimpft. Die Daten stammen von dem Robert Koch-Institut.

Fakt 2: Der Übertragungsweg ist tückisch.

Nur mit einer Impfung kann man sich vor Tetanus-Erregern schützen. Das liegt daran, dass die Bakterien überall in unserer Umwelt verbreitet sind – selbst in Erde, Staub und Holz. Über kleinste Verletzungen wie Kratzer, Stiche oder Schürfwunden können sie in den Körper gelangen. Bis es soweit ist, überdauern sie in unserer Umwelt und sind dabei erstaunlich widerstandsfähig. Sind die Bakterien erstmal in den Körper gelangt, vermehren sie sich und fangen an, Toxine zu bilden. Das sind Giftstoffe, die in die Nervenenden eindringen und schließlich zu Krämpfen und Lähmungen führen.

Fakt 3: Tetanus endet oft tödlich.

Gemäß den Angaben der WHO erkrankten im vergangenen Jahr 2017 weltweit ca. 13.000 Menschen an Tetanus [1]. Vor allem in feuchtwarmen Ländern mit schlechter medizinischer Versorgung und niedriger Impfquote stellt die Krankheit ein Problem dar.  In europäischen Industriestaaten ist das Risiko dank guter Impfquoten und besserer Hygiene geringer. In Deutschland etwa traten 1970 noch rund 100 Erkrankungen pro Jahr auf, mittlerweile sind es weniger als 15 [2]. Das ändert aber nichts daran, dass eine Infektion heute nicht viel besser behandelt werden kann als früher. Selbst bei bester medizinischer Versorgung endet Wundstarrkrampf oft tödlich. Auch hierzulande sterben zwischen 10 und 20 Prozent der Betroffenen. Wer überlebt, ist nach der Krankheit nicht immun gegen Tetanus [2]. 

Quelle (öffnet in neuem Fenster): 
[1] Englischsprachige Fachinformation,
[2] Webseite des Robert Koch-Instituts.

Fakt 4: Die Wirksamkeit der Impfung ist belegt.

Ein kleiner Piecks bietet den einzig wirksamen Schutz vor einer Infektion mit Tetanus. Die Wirkung ist gut belegt und wird daher von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen. Nach einer Grundimmunisierung sollte diese alle 10 Jahre aufgefrischt werden. 

Fakt 5: Eine Tetanus-Impfung ist der beste Schutz.

Tetanus gilt hierzulande als Standardimpfung. Durch die konsequente Immunisierung der Bevölkerung ist die Krankheit in Deutschland weitgehend eingedämmt – dies bedeutet, dass der Tetanus-Erreger immer noch vorhanden ist und belegt die Effektivität der Impfung. Trotz dieser Erfolge wird die Impfung von Gegnern oft kritisiert: Sie überzeichnen die Nebenwirkungen oder sind der Ansicht, dass Tetanus auch so in Deutschland kaum verbreitet wäre. Dies stimmt so nicht, wissenschaftliche Studien und die erhobenen Fall-Zahlen zeigen, dass die Krankheitsfälle in westlichen Industrieländern durch Impfungen massiv reduziert wurden. Der Nutzen der Impfung überwiegt die meist harmlosen Nebenwirkungen bei Weitem. 

Tetanus-Erkrankungen in Deutschland

Tetanus-Erkrankungen in Deutschland. Die Grafik zeigt Tetanus-Erkrankungen in den Jahren neunzehnhundertfünfundsechzig bis zweitausendfünfzehn in Deutschland. Die Tetanus Erkrankungen nehmen ab dem Jahr neunzehnhundertfünfundsechzig mit einhunderteinunddreißig Erkrankungen kontinuierlich bis zum Jahr neunzehnhundertfünfundneunzig achtzehn Erkrankungen ab. Anschließend steigen die Tetanus Erkrankungen in Deutschland auf neunundzwanzig Erkrankungen im Jahr zweitausend und sinken auf sechs Erkrankungen im Jahr zweitausendzehn. Im Jahr zweitausendfünfzehn erkrankten zehn Menschen an Tetanus in Deutschland.